Organisiert hatte die
Veranstaltung die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik. Die
geladenen Gäste sollten abseits der medialen Berichterstattung
persönliche Eindrücke von führenden Soldaten erfahren und dadurch
neue Einsichten gewinnen.
Hans-Rüdiger Roeske würdigte in seiner Begrüßung die Verdienste des
ehemaligen Bundesverteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg.
Er habe dafür gesorgt, dass der Krieg in Afghanistan auch Krieg
genannt wird, und dass Soldaten nicht nur als Verluste bezeichnet
werden, wenn sie verwundet oder getötet wurden. Damit habe zu
Guttenberg den Krieg und seine Folgen in das Bewusstsein der
Bevölkerung gerückt, was zuvor die Politik „ganz bewusst verhindert“
habe, übte Roeske unverhohlen Kritik. Dieses Verhalten hätte zur
Folge gehabt, dass die Bevölkerung nicht auf Soldaten gefasst
gewesen sei, die in Särgen aus dem Einsatz
zurückkommen.
Oberbürgermeister Dr.
Herbert Lackner freute sich über die große Resonanz der
Veranstaltung und führte diese darauf zurück, dass die Bundeswehr
und Brigadegeneral Johann Langenegger „richtig liegen mit dieser Art
der Bürgerinformation“.
Wir Bürger geben den
Einsatzbefehl
Die Rolle der Medien, auf
die auch Langenegger in seinem Erfahrungsbericht einging, brachten
schließlich die beiden Moderatoren der anschließenden Fragerunde ins
Spiel. Sabine Zehringer, leitende Redakteurin von „Reichenhaller
Tagblatt“ und „Freilassinger Anzeiger“, ist es als Journalistin
wichtig, alle Schattierungen des Einsatzes wiederzugeben, wozu für
sie diese Veranstaltung beitrage. Darüber hinaus betonte sie, dass
die Soldaten nicht aus „Jux und Tollerei“ in den Einsatz gehen: „Wir
Bürger geben den Einsatzbefehl, denn wir wählen das Parlament.“ Die
Arbeit der Bundeswehr verdiene daher die Aufmerksamkeit der
Bevölkerung, die den Soldaten den Rücken stärken müsse.
Markus Gollinger vom
Radiosender Bayernwelle Südost erklärte, dass über die Medien nur
ein Bruchteil zu erfahren ist, was im Einsatz alles passiert. Mit
Langenegger und Sembritzki habe man bei der Veranstaltung zwei
Männer, „die wissen, was vor Ort abgegangen ist“. Johann Langenegger
gehörte zu den rund 2.000 deutschen Soldaten, die zwischen Februar
2010 und März 2011 im Auslandseinsatz waren. Er war im Camp Marmal
nahe der Stadt Mazar e Sharif stationiert und gehörte dort dem
multinationalen Stab an. Als Leiter der Operationsabteilung trug er
Verantwortung gegenüber Kommandeuren.
Camp Marmal ist der Sitz des
Hauptquartiers des Regionalkommandos Nord und das größte Feldlager
der Bundeswehr außerhalb Deutschlands. Langenegger war dort neun
Monate lang 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche im Dienst, wie
er berichtete, ohne damit Mitleid erregen zu wollen. Vor fünf Wochen
aus dem Einsatz zurückgekehrt, ist er heute „über Banalitäten froh“.
Dazu gehört zum Beispiel, wieder einmal eine schlampige Jeans
anziehen zu dürfen.
Harte und sehr gefährliche
Zeiten haben Oberstleutnant Jared Sembritzki und seine Männer hinter
sich, die in der absoluten Wildnis kämpften. Den Soldaten standen
dort nur Kanister mit wenigen Litern Wasser zur Verfügung. Zu Essen
gab es wochenlang mit den Einmannpackungen nur eintönige Kost. Das
Straßennetz war unbefestigt. Anfangs standen die Männer in 20
Zentimetern Staub.
Die kriegerischen
Auseinandersetzungen in Afghanistan führt Langenegger nicht nur auf
die Zeit der Taliban zurück. Auslöser war vielmehr die so genannte
„Durand-Linie“, die europäische Kolonialmächte als Grenze zu
Pakistan quer durch Afghanistan zogen. Diese Demarkationslinie
führte durch das Siedlungsgebiet der Paschtunen und galt für 100
Jahre bis 1993.
Die Schnauze voll von
Krieg und Gewalt
Mittlerweile ist das
afghanische Volk nach Ansicht des Brigadegenerals kriegsmüde: „99
Prozent der Afghanen haben die Schnauze voll von
Krieg und Gewalt.“ Die Rivalitäten haben Spuren bei den Menschen
hinterlassen: 30-jährige Männer sehen doppelt so alt aus, wie
Langenegger auf einem Bild zeigte. Er warnte davor, die Afghanen
unter einen Generalverdacht zu stellen, denn es seien
nur einzelne Aufständische. Darstellungen in Medien von sich
freuenden Afghanen nach aus ihrer Sicht erfolgreichen Anschlägen
spiegeln die Realität nicht wider. Ziel der Bundeswehr müsse es
daher sein, „medial dagegenzuhalten“ und ebenfalls mit Bildern auf
die Vorfälle zu reagieren. Diese einzelnen Widerständler aber sind
es, die den Auftrag der Soldaten erschweren, weil sie ihnen
praktisch unsichtbar gegenüber stehen. Die Taliban sammeln zum
Beispiel alte herumliegende Munition, verkabeln sie und lösen sie
über Handys aus, wenn sich ausländische Soldaten nähern. 18
Kameraden hat Langenegger von Juni 2010 bis Februar 2011 verloren.
In solchen Situationen stieß er an die Grenzen seines Berufes,
obwohl er wusste, dass der Einsatz „kein Betriebsausflug“ ist.
Was sollte ich machen-
Ich hab ihn erschossen
Andersherum kommt es aber
auch vor, dass Deutsche töten müssen, um ihr Leben zu verteidigen.
Langenegger schilderte einen Vorfall in einem Dorf. Ein Soldat
redete dort mit Einheimischen, die Stimmung war gut. Bei der
anschließenden Patrouille durch das Dorf stand plötzlich ein mit
einer Kalaschnikow bewaffneter Mann vor ihm. Das Gewehr war
durchgeladen. „Was sollte ich machen, ich hab ihn erschossen“,
schüttete der Soldat später bei Johann Langenegger sein Herz aus.
Neben dem Gegeneinander gibt
es aber auch ein Miteinander, denn die Afghanen sollen erfahren,
dass es besser ist, mit den Soldaten das eigene Land auf die Beine
zu stellen, anstatt auf Deutsche zu schießen. Zu diesem Miteinander
gehört, dass die
ausländischen Streitkräfte keine Alleingänge unternehmen. Wenn zum
Beispiel eine Operation geplant ist, wird diese zunächst zu Papier
gebracht und den Afghanen vorgestellt. Dann sitzt der Kommandeur
unter anderen mit Vertretern von Polizei, Grenzpolizei und Armee bei
Tee und Keksen stundenlang zusammen und versucht seine Gegenüber für
die Idee der Operation zu gewinnen. Ist dies gelungen, wird ein
Vertrag geschlossen.
Auftrag der Bundeswehr ist,
die Sicherheit in Afghanistan zu erhöhen, die Regierungsführung zu
stärken und die Entwicklung im Land zu fördern. Bis 2014 wird die
Bundeswehr dort vertreten sein. 73 Prozent der Parlamentarier haben
Ende Januar den Auftrag verlängert. „Wir sind froh, wenn der Auftrag
kontrovers gesehen wird“, erklärt Johann Langenegger, denn daran
merke man, dass sich das Parlament mit dem Einsatz beschäftige. Rund
eine Milliarde Euro kostet der Einsatz der Bundeswehr bis 2014.
„Aber auch danach brauchen die Afghanen noch unsere
Unterstützung“, ist der Brigadegeneral überzeugt.
Offen die Fragen
der Besucher beantwortet
Vielschichtige Einblicke in das Leben und den Einsatz in Afghanistan
gewährt
BAD REICHENHALL (je)
- Gerade der vier- bis sechsmonatige Einsatz in Afghanistan
hinterlässt Spuren bei den Soldaten. Bei dem einem mehr, bei dem
anderen weniger. Wie es um die Hilfe für traumatisierte Soldaten
steht, war bei der Fragerunde nach dem Erfahrungsbericht von
Brigadegeneral Johann Langenegger ein zentrales Thema. Die Zuhörer
interessierten sich zudem für die Sicherheit der Soldaten in der
Zusammenarbeit mit Afghanen sowie ihre Bedrohung im Kampf gegen die
Aufständischen. Aber auch um die afghanische Bevölkerung drehten
sich die Fragen. Wie sieht es etwa mit der Schulbildung für Mädchen
und der Drogenproblematik aus?

Langenegger und der
Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade 231, Oberstleutnant Jared
Sembritzki, stellten sich den Fragen der Besucher. Tabus gab es
dabei keine. Sabine Zehringer, leitende Redakteurin der
Heimatzeitung, und Markus Gollinger von der Bayerwelle Südost,
moderierten die Diskussion.
Die Reichenhaller Jäger
haben in Afghanistan mehrere anstrengende und belastende Situationen
erlebt. Zum Beispiel versuchten Taliban den Wahltag im September
2010 stören. 26 „sicherheitsrelevante Zwischenfälle“, wie es in
Bundeswehrsprache heißt, gab es an diesem Tag. Die Anschläge
stellten ein Risiko auch für deutsche Soldaten dar.
Belastend war auch die
Erfahrung, die die Männer von Sembritzki erleben mussten. Nach
mehreren Gefechten täglich sollte ein Bataillon von afghanischen
Soldaten abgelöst werden. Weil die Ablöse aber nicht kam, mussten
die Deutschen zwei Wochen länger in dem umkämpften Gebiet ausharren.
Von den 420 Soldaten aus seinem Bataillon musste Sembritzki im Laufe
des Einsatzes 40 heimschicken, davon 30 aus gesundheitlichen
Gründen. Etwa zwölf litten unter einem posttraumatischem
Stresssyndrom, zeigte der Oberstleutnant das Verhältnis auf.
Grundsätzlich müsse vorher geklärt werden, welche Belastung für
einen Gebirgsjäger im Kampf normal sei, ließ der Oberstleutnant
durchblicken, dass der Beruf des Soldaten von Haus aus kein
Zuckerschlecken ist.
Noch sind es sich nach
Angaben der beiden Offiziere Einzelfälle, die monatelang in einem
Krankenhaus betreut werden müssten. Dennoch ist die Fürsorge nach
dem Einsatz wichtig, darüber herrscht Einigkeit. Gleichzeitig geben
sie zu: „Da sind wir sicherlich noch am Anfang der Maßnahmen.“
Oberbürgermeister Dr.
Herbert Lackner wollte wissen, ob nicht ein erhebliches Risiko für
die deutschen Soldaten besteht, wenn im Vorfeld von Operationen
diese mit afghanischen Streitkräften besprochen werden. Johann
Langenegger bestätigte, dass tatsächlich diejenigen von Operationen
erfahren, die davon nichts wissen sollten. Zum Veranschaulichen
hatte er eine gängige Redewendung aus dem Einsatz mitgebracht: So
heißt es dort, habe ein Vater drei Söhne, dann sei der eine bei der
afghanischen Armee, der andere bei der Polizei und der dritte bei
den Taliban.
Allerdings könnten Erfolge
nur in Zusammenarbeit mit den Afghanen erzielt werden, betonte
Langenegger. Natürlich brauche es Zeit, um ihr Vertrauen zu
gewinnen, dann aber seien nützliche Informationen zu erfahren.
Die Ausrüstung der
afghanischen Widerständler mit schweren Waffen interessierte einen
weiteren Besucher. Nach Auskunft der beiden Gebirgsjäger müssen die
deutschen Soldaten mit Raketen- und Mörserangriffen rechnen. Zu
Zeiten der sowjetischen Besatzung hätten die USA die Afghanen mit
schweren Waffen versorgt. Diese seien aber heute zu alt, um sie noch
zu benutzen, oder sie seien bereits verschossen worden. Über eine
Luftwaffe verfügt Afghanistan nicht.
Ob beim Krieg in Afghanistan
von einem Partisanenkrieg gesprochen werden kann, wie ein
Diskussionsteilnehmer meinte, spielte für Jared Sembritzki keine
Rolle. Denn egal, wer ihm und seinen Männern gegenüberstehe, es
gelte immer: „Die wollen uns ans Leder.“ Johann Langenegger hingegen
wollte nicht Abrede stellen, dass es sich um einen Partisanenkrieg
handelt. Die Kämpfer würden ihr Land kennen und zum Beispiel auf
Höhlen und Stellungssysteme zurückgreifen, die schon im Kampf gegen
die Russen von 1979 bis 1989 verwendet wurden.
Langenegger und Sembritzki
gingen auch auf das Thema Drogen ein. Während Sembritzki keine
Drogen im Einsatz gesehen hat, ist Langenegger einmal ein mit Opium
beladener Sattelschlepper untergekommen. Seiner Aussage nach ist
Afghanistan weltweit der größte Produzent von Heroin, im Norden
würden jedoch kaum Drogen angebaut werden. „Allerdings werden hier
Drogen im großen Stil raffineriert.“ Hinzu kommt, dass der Norden
die Durchgangsregion für Rauschgifthändler ist. Dagegen vorzugehen,
würde ein relatives politisches Gleichgewicht durcheinander bringen.
Über die Verwicklung von Politik und Kriminellen macht sich der
Brigadegeneral ohne Zweifel keine Illusionen. „Man hat die Wahl
zwischen Pest und Cholera.“
Die medizinische Versorgung
der Bevölkerung und die Schulbildung der Mädchen waren weitere
Fragen aus den Zuschauerreihen. Zur Verbesserung der Infrastruktur
gehört für Langenegger auch der Neubau und die Instandsetzung von
Krankenhäusern. Gefördert werden muss auch die Ausbildung des
Personals und der Kauf von Geräten.
Die ausländischen
Streitkräfte helfen darüber hinaus bei der Versorgung von Kranken.
Im Camp Marmal gibt es ein Militärhospital, in dem je nach Kapazität
auch afghanische Patienten ambulant und stationär behandelt werden.
Eine Schule besuchen können sowohl Buben als auch Mädchen -
geschlechtergetrennt.
Abschließend wurden die
beiden Soldaten nach ihrer Einschätzung gefragt, ob die afghanischen
Streitkräfte nach Abzug der westlichen Truppen selbst für Sicherheit
sorgen können. Eine Sicherheit dafür gibt es laut Brigadegeneral
Langenegger nicht, lediglich die Hoffnung.
Derzeit gäbe es 134.000
Polizisten und 170.000 Soldaten. Auch nach dem Abzug brauche
Afghanistan finanzielle Unterstützung, etwa für den Lohn der
Polizisten, den der Staat nicht zahlen kann.
Dennoch müsse man den
Afghanen sagen, dass sie ab 2014 selbst für Sicherheit im Land
verantwortlich sind, denn was diese Gesellschaft verstehe, sei
Druck, sagte Langenegger.
Den
Hinterbliebenen gefallener Soldaten helfen
Bei Vortrag über Afghanistan 1.500 Euro an das
Sozialwerk der Gebirgstruppe gespendet
BAD REICHENHALL (we)
- Circa 500 Personen lauschten dem Vortrag des Brigadegenerals
Johann Langenegger über den Einsatz in Afghanistan (wir
berichteten). Angetan von den Ausführungen und dem Schicksal einer
schwangeren Frau, deren Freund in Afghanistan gefallen ist,
spendeten die Anwesenden 1.357 Euro für das Sozialwerk der
Gebirgstruppe. Langenegger rundete den Betrag aus eigener Tasche auf
1.500 Euro auf und übergab am gestrigen Freitag dem
Vereinsvorsitzenden Oberst a. D. Manfred Benkel und seiner Frau
Irene Benkel, Schatzmeisterin des Sozialwerks, in der Reichenhaller
Kaserne den Scheck. „Das hohe Spendenaufkommen zeigt die
Verbundenheit der Reichenhaller mit ihren Gebirgsjägern“, freute
sich der Brigadegeneral.

Über eine Spende in
Höhe von 1.500 Euro freuten sich Irene Benkel und Oberst a. D.
Manfred Benkel (rechts) vom Vorstand des Sozialwerks der
Gebirgstruppe. Der Betrag kam bei der Veranstaltung zusammen, bei
der Brigadegeneral Johann Langenegger über den Einsatz in
Afghanistan berichtete. Foto: Wendt
Das Sozialwerk der
Gebirgstruppe ist ein junger Verein. Im August 2010 ist er vom
Kameradenkreis der Gebirgstruppe gegründet worden. Trauriger Anlass
für die Gründung sei der Tod der zwei Gebirgspioniere aus Ingolstadt
gewesen, die im April 2010 im Einsatz in Afghanistan gefallen sind,
sagte Oberst a. D. Manfred Benkel. Sie waren die ersten Opfer aus
der Gebirgstruppe. Der Vorstand des Kameradenkreises wollte den
Hinterbliebenen schnell und unbürokratisch helfen. Sie riefen das
Sozialwerk ins Leben.
Zuvor habe die Gebirgstruppe
immer Glück gehabt, erzählte Oberst Benkel. Ein gemeinnütziger
Verein für die Hinterbliebenen des Einsatzes sei vor ein paar Jahren
noch nicht nötig gewesen. Das Thema sei auch bis vor einem Jahr noch
verdrängt worden, fügte Langenegger an. Niemand habe so offen
darüber gesprochen. „Davor hätten wir auch noch kein Geld bekommen“,
meinte der Vorsitzende des Vereins. Jetzt erhält das Sozialwerk der
Gebirgstruppe Spenden und unterstützt damit die Hinterbliebenen der
gefallenen Angehörigen der Truppe. Es gebe zwar eine gesetzliche
Regelung, die die Versorgung festlegt, aber in diesem System gebe es
Lücken, erklärte Manfred Benkel. So stand der schwangeren Verlobten
des gefallenen Soldaten keine Rente zu, da die beiden nicht
verheiratet waren. Lediglich dem Kind steht eine Waisenrente zu.
Jetzt unterstützt das Sozialwerk der Gebirgstruppe die Frau und das
inzwischen geborene Kind finanziell.
Brigadegeneral Langenegger
wies darauf hin, dass die Bundeswehr seit den Auslandseinsätzen viel
für ihre Angehörigen gemacht habe. So sei beispielsweise ein
verletzter Zeitsoldat als Berufsoldat übernommen worden. Auch Benkel
bestätigte das Engagement der Bundeswehr. Aber es können nicht alle
Fälle komplett abgedeckt werden. So sei ein Feldjäger, der im
Einsatz beide Beine verloren hat, natürlich finanziell unterstützt
worden. Das Haus behindertengerecht umzubauen, koste aber mehr. Auch
in solchen Fällen hilft das Sozialwerk.
Unterstützt werden die
Hinterbliebenen von gefallenen Angehörigen der Gebirgstruppe, im
Einsatz verwundete Soldaten der Jäger und die Soldaten der Truppe,
die an den Folgen eines Einsatzes leiden. So übernimmt das
Sozialwerk auch die Fahrtkosten, wenn Angehörige einen Soldaten
besuchen, der wegen eines Posttraumatischen Belastungssyndrom zur
Kur ist.
Oberst a. D. Benkel betonte,
dass die Hilfe nicht ausschließlich den Gebirgstruppen mit den
Standorten Bad Reichenhall, Bischofswiesen, Mittenwald, Füssen und
Ingolstadt vorbehalten ist. Auch Soldaten verbündeter Verbände und
Einheiten werden vom Sozialwerk unterstützt, wenn ihnen bei
gemeinsamen Einsätzen mit der Gebirgstruppe etwas zustößt. Um zu
erfahren, wo Hilfe gebraucht wird, sitze im Vorstand des Vereins ein
Kompaniefeldwebel und ein Soldat aus dem Brigadestab.
Auf die Frage, woher die Spendengelder kommen, antwortete
Schatzmeisterin Irene Benkel, das Sozialwerk bemühe sich derzeit
bekannter zu werden. Sie hätten auch schon Abgeordnete angeschrieben
und die Gerichte über den Verein informiert, sodass Geldstrafen an
das Sozialwerk gezahlt werden könnten. Außerdem hoffe sie auf
Spenden aus der Bevölkerung.