vom 22.10.2011

„Frieden fällt nicht vom Himmel“

Präsidentin der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik

zu Gast in Frankenberg

Die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik feiert im nächsten Jahr ihr 60-jähriges Bestehen. Die Sektion Waldeck-Frankenberg ist etwas jünger, allerdings „sehr, sehr aktiv“, wie die GfW-Präsidentin Ulrike Merten am Dienstagabend bei einem Auftritt im Kasino der Burgwald-Kaserne betonte.

Frankenberg (rou). Als „Gesellschaft für Wehrkunde“ 1952 in München gegründet, hat es sich die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik zur Aufgabe gemacht, durch ehrenamtliche Öffentlichkeitsarbeit Fragen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik in das Bewusstsein der Bürger zu rücken. Die GfW ist unabhängig, überparteilich und überkonfessionell und finanziert sich aus Zuwendungen des Bundespresseamtes sowie über die Mitgliederbeiträge. Den etwas mehr als 100 Sektionen in Deutschland gehören 7000 Mitglieder an, wobei sich die Angebote auch an Nichtmitglieder richten, stellte der stellvertretende GfW-Sektionsleiter Manfred Weider bei dem Treffen mit der Präsidentin klar.

 „Auf einem hohen Niveau“

Deutschlandweit wurden 2010 rund 6900 Veranstaltungen organisiert, an denen 145 000 Besucher teilnahmen. Die hiesige, 1986 in Korbach gegründete Sektion, zähle zu den „sehr, sehr aktiven“, lobte GfW-Präsidentin Merten die Arbeit von Weider sowie der Sektionsleiter der vergangenen Jahre. Seit 1992 steht jeweils der Kommandeur des in Frankenberg stationierten Verbandes dem Vorstand vor, aktuell Oberstleutnant Elmar Henschen, Chef des Bataillons für Elektronische Kampfführung 932. Doch nicht nur quantitativ sei die Arbeit der GfW in Waldeck-Frankenberg erfolgreich, sagte Merten. „Hier gibt es viele Veranstaltungen auf hohem Niveau, das ist sehr erfreulich.“

Vernetzte Sicherheitspolitik

Als studiertem Politologen liege ihm die Arbeit der GfW am Herzen, erläuterte Henschen bei dem Treffen. „Frieden, Freiheit und Sicherheit fallen nicht vom Himmel, man muss sich für sie stark machen“, sagte der Oberstleutnant und begründete damit zum einen seine Berufswahl und zum anderen sein Engagement in der GfW. Und Aufklärung sei dabei ein probates Mittel. Er habe die Hoffnung, dass die GfW durch die Organisation von Vorträgen und Fahrten zur Weiterbildung der Bürger und einem wachsenden Verständnis innerhalb der Gesellschaft beitragen könne. Und dies sei vor allem seit dem Ende des Warschauer Paktes umso erforderlicher. „Die Sicherheits- und Bedrohungslage in Europa ist eine ganz andere geworden, die Landesverteidigung hat an Bedeutung deutlich abgenommen. Damit hat sich auch die Aufgabe der Bundeswehr verändert“, sagte Merten und verwies auf den Ansatz der „vernetzten Sicherheitspolitik“ als aktuellem Leitprinzip der Si-cherheits- und Verteidigungspolitik der Bundesrepublik.

Christ stellt neues Buch vor

Bis heute sei vielen Menschen nicht klar, was die Bundeswehr in Afghanistan oder an anderer Stelle in der Welt tue, sagte Sektionsleiter Henschen. Afghanistan wird deshalb auch das Schwerpunktthema 2012 der Waldeck-Frankenberger GfW sein, kündigte sein Stellvertreter Weider an. Bei den Informationsveranstaltungen soll aus verschiedenen Blickwinkeln erklärt werden, warum etwa Frankenberger Soldaten seit Jahren Deutschland am Hindukusch verteidigen. Inoffizieller Auftakt der Themenreihe ist bereits am 21. November. Der aus Frankenberg stammende Journalist Sebastian Christ liest aus seinem Buch „Das Knurren des Panzers im Frühling“. (rou)

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