Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik

will die Bürger fundiert informieren

von Udo Konz, Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Manch einer, der die „Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik“ nicht kennt, verbindet mit ihr Ziele, die er tief im Militärischen verwurzelt glaubt. Ein Verein von Soldaten für Soldaten. Soweit das Vorurteil, die Wirklichkeit sieht anders aus.

Gerd-Heinz Haverbusch, Oberst außer Dienst, ein weltoffener Mann, leitet die Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler der bundesweiten Vereinigung. Sein Blick ist nach vorne gerichtet. „Die Themen, mit denen wir uns befassen, müssen weiter gefasst sein als das, was Soldaten machen“, ist das Credo von Haverbusch. Dabei trägt die Sektion mit ihren Veranstaltungen, bei denen Experten Rede und Antwort stehen, dem veränderten Bild der Sicherheitspolitik Rechnung. „Wir leben in einer globalisierten Welt. Entwicklungen in anderen Ländern werden uns noch stärker beeinflussen, als es uns lieb sein wird“, glaubt der ehemalige Offizier. Die Sektion will deshalb stärker auf Veränderungen in der Dritten Welt eingehen, über Referenten Interessierte in der Kur- und Rotweinstadt ansprechen und gemäß Satzung Verständnis für die Belange der Entwicklungsländer wecken.

Sicherheit nicht an erster Stelle

Dabei ist der Gesellschaft durchaus bewusst, dass in der Öffentlichkeit derzeit innen politische Themen die erste Geige spielen. Der für Europa so prägende Ost-West-Konflikt ist vergessen. Arbeitslosigkeit, Hartz IV und die Rente stehen an erster Stelle. „Sicherheitspolitik spielt in der Öffentlichkeit kaum eine Rolle“, stellt Haverbusch nüchtern fest und hat auch Verständnis dafür. Dennoch ist sich der Sektionsleiter sicher, dass seine Vereinigung eine wichtige Aufgabe erfüllt. Die Bedrohung durch Terroristen, der Strukturwandel der Bundes wehr auf Grund ihrer Auslandseinsätze und die Ursachen und Auswirkungen der Migration – das seien Themen mit Tiefgang. Mit dem Besuch der Veranstaltungen, deren Vorbereitung und Durchführung dem Vorstand viel Arbeit abverlangen, ist Haverbusch zufrieden. Bis zu 100 Interessierte kommen. Überwiegend sind es Nichtmitglieder, die „mit der Gesellschaft nichts am Hut haben“. Haverbusch freut sich über jedes neue Gesicht, denn er will mit den Informationen Leute aus allen Berufen erreichen, vor allem jene, die sich mit Sicherheitspolitik bisher kaum befasst haben. Fünf bis sechs Vorträge hat die Gesellschaft für dieses Jahr ins Auge gefasst, was eine leichte Steigerung bedeutet. Der konstante Besuch hat den Vorstand dazu ermutigt. Ein mal im Jahr veranstaltet die Sektion eine Fahrt, wobei es meistens eine Zusammenarbeit mit dem Bundeswehr-Verband gibt (am 14. Juni soll die Technische Schule des Heeres in Aachen besucht werden). Frei von Problemen ist die Sektion dennoch nicht. Der Alters durchschnitt der Mitglieder ist hoch, der Schnitt liegt etwa bei 60. Die Sektion ist auf Spenden angewiesen. Auf der positiven Seite ist zu vermerken, dass hochrangige Referenten für die Veranstaltungen verpflichtet werden können. Haverbusch: „Die Bereitschaft, vor der Gesellschaft vorzutragen, ist hoch.“ Dabei kommen Haverbusch Kontakte aus seiner aktiven Zeit zugute. Darüber hinaus tauschen sich die Sektionschefs untereinander aus und empfehlen gute Vortragende. Dabei gilt der Grundsatz: Alle, die nicht Soldaten oder Politiker sind, bekommen Honorar. Die hiesige Sektion sucht bei ihren Veranstaltungen bewusst nicht die Kaserne auf, um bei den Besuchern keine Schwellenangst zu erzeugen.

Zeit fürs Hobby

Die militärische Karriere von Gerd-Heinz Haverbusch begann 1960 als Wehr pflichtiger mit der Ausbildung zum Offizier der Reserve. Nach dem Maschinenbau-Studium absolvierte er eine Raketentechnische Ausbildung in den USA. Es folgten mehrere Truppenverwendungen, weitere Stationen waren unter anderem das Heeresamt, das Materialamt des Heeres und eine Dozentenstelle an der Führungsakademie. Seit der Beförderung zum Leutnant hatte der gebürtige Osnabrücker 17 Verwendungen in 15 Standorten. Seit April 2000 ist der Oberst pensioniert und kann sich jetzt seinem Hobby zuwenden, „ausgedehnten Reisen mit seiner Frau“, die immer selbst organisiert werden. Dieses Jahr soll es nach Afrika gehen. (uko)

Teamarbeit

Die Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler in der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik ist eine von 128, die es in Deutschland gibt. 7500 Mitglieder gibt es im ganzen Land. Die hiesige Sektion hat rund 90 Mitglieder, angestrebt wird die Zahl 100. Heinz Meyer, Hans Greiner und Manfred Wistuba, letzterer 22 Jahre lang, leiteten die 1976 gegründete örtliche Vereinigung. Seit Juni 2004 steht Gerd-Heinz Haverbusch an der Spitze. Dem Vorstand, der die Arbeit in Teamarbeit erledigt, gehören weiterhin Armin Letocha (Mitglied seit 1979), Volker Iken und Manfred Wistuba an. Ziel der Gesellschaft ist es, sicherheitspolitische Themen in die Gesellschaft zu tragen. (uko)

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