Nr. 09/2013

Periodischer Beitrag

Landesbereich II

Niedersachsen - Bremen

Landesbereich

Es ist schon gute Tradition, dass  sich am Vorabend der GfW-Bundesversammlung in Berlin der Landesverband Niedersachsen und Bremen zu ihrer internen Frühjahrssitzung zusammen kommen. So trafen sich 10  niedersächsische Sektionsleiter um sich gegenseitig Informationen über die  zielgruppenorientierten Vermittlung von außen- und sicherheitspolitischen Themen auszutauschen.

Sektionsleiter des Landesverbandes Niedersachsen und Bremen mit Präsidentin Ulrike Merten anlässlich der Bundesversammlung im April 2013

Weiterhin gab es auch einen Wechsel in der Leitung einer Sektion des Landesverbandes zu verzeichnen. Nach dreizehn Jahren sehr engagierter Arbeit gab Dr. Donald Giesecke als Sektionsleiter Goslar sein Amt an seinem Nachfolger Oberstleutnant der Reserve, Claus Jähner, ab. Dem scheidenden Sektionsleiter gebührt Dank für sein unermüdliches Engagement für die vielen Veranstaltungen, die er jährlich mit hochrangigen Vertretern der Wirtschaft, der Wissenschaft und den Streitkräften organisierte und dabei reges Interesse über die Region Goslar hinaus wecken konnte. Es lag ihm besonders am Herzen, dass die sicherheitspolitischen Themen in Schulen getragen wurden. So war er sicherlich einer der ersten, der sicherheitspolitische Veranstaltungen an Gymnasien in Goslar durchführte. Dr. Donald Giesecke wird aber weiter, nunmehr als stellvertretender Landesvorsitzender der GfW zur Verfügung stehen. Dem Nachfolger Herrn Jähner wünschen wir eine erfolgreiche Fortsetzung der GfW Arbeit in Goslar.

Auszeichnung für langjähriges ehrenamtliches Engagement: Dr. Donald Giesecke, Goslar (links) und Dieter Wilde, Wilhelmshaven.

Ebenso erwähnenswert war die Auszeichnung zweier sehr verdienter Sektionsleiter des Landesverbandes II, nämlich Herr FKpt a.D. Dieter Wilde (SL Wilhelmshaven seit 12.02.1998) und Dr. Donald Giesecke (OFA d.R. ehem. SL Goslar, 27.05.1998 - 29.10.2012), mit der Ehrenmedaille der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik für ihre über lange Jahre sehr verantwortungsvolle ehrenamtliche Arbeit für die GfW.

 

Sektion Celle

Sektionsleiter  Oberst a. D. Norbert Sprenger  

Über die Schwierigkeit, Sicherheitspolitik zu vermitteln

In seinem Vortrag zu diesem Thema nannte der Journalist Thomas Wiegold bei der GfW-Jahrestagung im April 2013 in Berlin vor allem zwei Gründe, warum sicherheitspolitische Themen weder in den Medien noch in der Bevölkerung große Beachtung fänden. Da gebe es zum einen nur wenig Fachredakteure, zum anderen verringere sich durch die Reduzierung der Bundeswehr in der Fläche der Kontakt zwischen den Bürgern und der Bundeswehr.

Es gibt wohl noch mindestens einen weiteren Aspekt für dieses Phänomen, und das ist das jeweilige Lebensalter. Als Ausgangspunkt nehme ich für diese These die demographische Struktur der Celler GfW- Sektion, die 118 Mitglieder, 22 Damen (19%) und 96 (81%) Herren umfasst. Das Durchschnittsalter beträgt knapp 67 Jahre, wobei die Damen im Durchschnitt drei Jahre jünger als die Herren sind.   

Aufgelistet nach "Lebensdezennien" setzt sich die Mitgliedschaft der Celler GfW prozentual wie folgt zusammen, wobei es keine eklatanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt: In ihren "30-ern" leben 2%, in ihren "40-ern" 4%, in ihren "50-ern" 13%, in ihren 60-ern" 40%, in ihren 70-ern" 34% und in ihren 80-ern" (einschließlich eines 90-Jährigen) leben 7% der sicherheitspolitisch orientierten Celler GfW'ler; knapp 60% haben bereits das heute offizielle Rentenalter erreicht, die übrigen, gut 40% (=49 Personen) sind hingegen zwischen 33 und 64 Jahre alt.

Ein Fall klassischer Überalterung möchte man meinen, aber diese Altersstruktur spiegelt nur die voranschreitende demographische Entwicklung unserer Gesellschaft wider. Vergleicht man die "Celler Zahlen" mit dem Durchschnittsalter der Mitglieder der großen deutschen Volksparteien, dann lässt  sich dort nur ein geringfügig niedrigeres Durchschnittsalter feststellen.

Welche Aussagen  können hinsichtlich einer möglichen Zukunftsfähigkeit der (Celler) GfW  aus dieser "Statistik" gefolgert werden?  Zum einen:  Es gibt eine erkennbare Relation zwischen jeweiligem Lebensalter, Lebenssituation und sich daraus ergebendem Mittelpunkt des eigenen Interesses. Berufstätige, relativ junge, etwa 20 bis 50 jährige Menschen engagieren sich nicht in gerade üppigem Maße in der sicherheitspolitisch ausgerichteten GfW,  weder in Celle noch bundesweit. Das Verhalten dieser speziellen Altersgruppe lässt sich aber auch in den großen deutschen Volksparteien feststellen, trotz deren weitaus größerem Spektrum an Politikfeldern! Der Lebensmittelpunkt dieser "Jungen" ist - in diesem Lebensabschnitt nachvollziehbar - hauptsächlich auf Familie, Beruf und (politikarme) Freizeit ausgerichtet.   

Das gilt es zu akzeptieren. Dennoch, so zum anderen,  sollen und müssen die lokalen GfW - Sektionen auch weiterhin über Geschichts- und Politiklehrer bei den Schülerinnen und Schülern ab Sekundarstufe 2 sowie der berufsbildenden Schulen für die "sicherheitspolitische Sache" der GfW werben, vor allem aber auch durch ein attraktives weitgefächertes Programm.

Überspitzt formuliert gilt es aber dennoch, nicht dem Jugendwahn zu verfallen, also nicht hier den Hauptakzent zu setzen. Hauptträger in der Vergangenheit, Gegenwart und wahrscheinlich auch in naher Zukunft ist die ältere Generation, Rentner und Pensionäre, die gern und bewusst ihre Zeit der Politik, insbesondere auch sicherheitspolitischen Themenstellungen widmen, ja auch die Zeit dafür haben!

Laut Statistik werden - bei gesunder Lebensweise - gegenwärtig  die männlichen Bundesbürger durchschnittlich 79, die Damen sogar 82 Jahre alt. Aufgrund der hervorragenden Lebensumstände in der Bundesrepublik (im Vergleich zur Masse der übrigen Staaten) steigt die Lebenserwartung sogar noch alle 6 Jahre um weitere 2 Jahre.

Das bedeutet - nicht nur -  für das Celler GfW-Mitglied mit einem Durchschnittsalter von knapp 67 Jahren, in der Regel weitere 15 Jahre sich den individuellen Schwerpunkten widmen zu können,  aktiv sein Leben zu gestalten und sich eben auch den zahlreichen Facetten der Sicherheitspolitik zu widmen.

Angebote hierzu bietet - wie bereits in den letzten 5 Jahren - das gegenwärtige Celler GfW-Jahresprogramm seinen Mitgliedern und interessierten Bürgern Celles.  Stellvertretend für die 11 Veranstaltungen im laufenden Jahr seien hier nur 6 erwähnt. Zunächst am 8. Februar das festliche Jahresessen für Mitglieder und geladene Gäste. Hier berichtete der verteidigungspolitische Obmann der CDU im Bundestag, MdB Henning Otte über die Ergebnisse der Münchener Sicherheitskonferenz. Am 4.April folgte der Celler Polizeichef Eckart Pfeifer, der mit seinem Thema "Lage der inneren Sicherheit in Stadt und Landkreis Celle" vor allem die Bedürfnislage der überwiegend „lebenserfahrenen“, 150 - köpfigen Publikum traf. Der Truppenbesuch vom 27. bis 29. Mai bei der Deutschen Marine in Mecklenburg - Vorpommern fand mit 34 Teilnehmern einen großen Anklang. Mit dem stellvertretenden Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Heinrich Lange, dem Schulkommandeur der Marinetechnikschule Parow, Kapitän z.S. Rahner, dem Kommandeur 7.Schnellbootgeschwader, Fregattenkapitän Meyer und dem stellvertretenden Kommandeur 1. Korvettengeschwader Fregattenkapitän Schulz sowie vielen weiteren "Militärs" standen kompetente Gesprächspartner zur Verfügung. Eine eindrucksvolle Informationsreise in beeindruckender Backsteingotik geprägter Umgebung, die viele "Positiv-Multiplikatoren" für die Marine in der Besuchergruppe erzeugte, so sie es nicht bereits schon waren.

Die Celler Sektion bei der Marinetechnikschule in Parow

 Am 6. Juni folgte der Jurist und Bankkaufmann, das MdEP (EVP/CDU) Burkhard Balz, der Wissen zum Thema Banken- und Staatshaushaltskrise vermittelte.

In der zweiten Jahreshälfte wird am 1. Oktober das Thema Salafisten auf der Tagesordnung der Celler GfW stehen. Ministerialrat Dr. Stephan Walter, Leiter der Niedersächsischen Extremismus - Informationsstelle (Niedersächsisches Innenministerium / Verfassungsschutz) wird über die Aufgaben seiner Dienststelle am konkreten Beispiel referieren: "Prävention durch Aufklärung - am Beispiel der Salafisten."

Im November wird dann - voraussichtlich - die Politikwissenschaftlerin (Schwerpunkt USA) Prof. Dr. Christiane Lemke von der Leibniz Universität Hannover eine transatlantische Brücke schlagen, indem sie über das Thema "Die USA  nach einem Jahr zweiter Präsidentschaft Barack Obamas - eine Zwischenbilanz" referieren wird. Sie alle sind herzlich in die herrliche Fachwerkstadt Celle eingeladen. Die Vorträge finden im Beckmann - Saal der Stadt Celle, Magnusstr. 4, immer um 19.00 Uhr statt (Details siehe www.gfw-lb2.de/celle).

In eigener redaktioneller Verantwortung

Werner Hinrichs

Oberstleutnant a.D.

Landesvorsitzender Niedersachsen und Bremen

 

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