Nr. 09/2012

Periodischer Beitrag

Landesbereich VI

Bayern

Landesbereich

Besonders gelungene Formen und Ergebnisse der Kooperation von Sektionen mit gleichgesinnten anderen Organisationen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, sicherheitspolitische Informationen zu transportieren, sollen am Beispiel der Sektion Ingolstadt aufgezeigt werden. Der Sektionsleiter, Herr Gerhard Wittmann, lässt uns an seinen Gedanken für erfolgreiche Zusammenarbeit teilnehmen.

 Sektion Ingolstadt

Sektionsleiter: Gerhard Wittmann

Attraktiv durch überzeugende Referenten – die Sektion Ingolstadt

Ingolstadt ist eine Militärstadt mit langer Tradition. Bereits die Römer hatten zur Absicherung des Limes Truppen in der näheren Umgebung stationiert. 1537 wurde mit dem Bau der Renaissancefestung in der Stadt begonnen. Damit begann die lange Geschichte als Garnisonsstadt. Heute sind mit der Fachschule des Heeres für Bautechnik (Pionierschule), dem NATO-Kompetenzzentrum für Pioniertruppen NATO Military Engineering Centre of Excellence (MILENG COE) und dem Gebirgspionierbatallion 8 wichtige Truppenteile des Heeres in der Stadt stationiert. Ebenso befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft das FlaRak-Geschwader 5 mit der FlaRakGrp 23 in Manching-Oberstimm.

Stark durch Kooperationen

Als die derzeitige Sektionsleitung 2005 nach einer mehrjährigen Pause in der Sektion wieder mit der Sektionsarbeit begann, wurde der Kooperation mit anderen Institutionen von Anfang an ein hoher Stellenwert beigemessen. Seit Jahren bestehen deshalb feste Kooperationen mit dem Verband der Reservisten und dem Bundeswehrverband. Beide Partner unterstützen die Sektion z. T. mit deutlichen finanziellen Mitteln, laden regelmäßig Ihre Mitglieder zu den Veranstaltungen der Sektion ein und beteiligen sich an der Organisationsarbeit. Darüber hinaus pflegt die Sektion den Kontakt zu einigen Schulen in der Region, so dass sich fallweise Referenten vor den Abendvorträgen in der Sektion am Nachmittag an den Schulen der sicherheitspolitischen Diskussion mit Schülern und Lehrern stellen. Ein sehr beeindruckendes und intensives  Gespräch ergab sich dabei beim Besuch von Generalmajor Nachtsheim am Christoph-Scheiner-Gymnasium. Generalmajor Nachtsheim fand als Vater von vier Kindern sehr sensibel den richtigen Ton im Umgang mit jungen Menschen, ohne aber die Klarheit seiner sicherheitspolitischen Argumente hintanzustellen.

Stark durch Qualität

Auf die Dauer kann die Arbeit einer Sektion nur durch die kontinuierliche Qualität der Veranstaltungen ein breites Publikum finden. Nur über aktuelle Themen zu Fragen der Außen- und Sicherheitspolitik mit hochrangigen Referenten kann man das Interesse von  Menschen aus unterschiedlichen Lebensbereichen dauerhaft gewinnen. Dazu einige Beispiele:

Generalmajor Stier, Vizepräsident des Bundesnachrichtendienstes erläuterte in einem Vortrag die Aufgaben und Ziele des deutschen Auslandsnachrichtendienstes.

Generalleutnant Weiler sprach als Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr über die Ziele der Bundeswehrreform.

Robert von Rimscha aus der Leitungsebene des Planungsstabes des Auswärtigen Amtes stellte die Ziele und Gestaltungsmöglichkeiten der deutschen Außenpolitik dar.

Dr. Wittkowsky, Mitarbeiter des Zentrums für Internationale Friedenseinsätze in Berlin wird im Herbst in einem Vortrag Möglichkeiten und Grenzen der zivilen Konfliktprävention und Krisenbearbeitung vorstellen.

Wichtig für die Sektionsarbeit ist eine gute Mischung aus zivilen und militärischen Referenten. Die Vortragstätigkeit soll sowohl die heutige Einsatzrealität der Streitkräfte abdecken, als auch einen weiten Ausblick auf wichtige sicherheitspolitische Entwicklungen geben.

Firmenbesichtigung bei der MBDA Deutschland GmbH in Schrobenhausen

Originell durch vielfältige Veranstaltungsformate

Neben klassischen Abendvorträgen arbeitet die Sektion auch an neuen Veranstaltungsformaten. Letztes Jahr wurde damit begonnen, mit der größten Buchhandlung in der Stadt eine Autorenlesung zu veranstalten. Erster und zugleich herausragender Gast war Prof. Dr. Perthes, der Direktor der renommierten Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Volker Perthes ist einer führenden deutschen Nahostexperten und durch sein Amt quasi „Chefberater“ der deutschen Außenpolitik. Bei seinem Besuch referierte er zu Lage in der Islamischen Republik Iran sowie zum Atomprogramm des Landes. Im Anschluss wurden seine Bücher breit vorgestellt und mit den Gästen diskutiert. Die Veranstaltung fand bis die in Regionalpresse breite Beachtung in der Region.

Daneben unternimmt die Sektion immer wieder Exkursionen zu wehrtechnischen Unternehmen und Einrichtungen im Raum Ingolstadt. So folgt beispielsweise im Mai ein zweiter Besuch bei MBDA/LFK in Schrobenhausen, wo die Entwicklungsaktivitäten und ausgewählte Flugkörperprogramme vorgestellt werden. Im Frühling 2012 war eine Besichtigung mit Fachvortrag der Drohne EURO HAWK bei der Wehrtechnischen Dienststelle 61 in Manching möglich. Mit diesen Exkursionen bieten sich immer wieder Einblicke in wehrtechnische Entwicklungen, die einer breiten Öffentlichkeit in dieser Form meist verschlossen bleiben.

In eigener Sache

Am 04. Februar 2003 habe ich den Landesvorsitz des Landesbereichs Bayern der GfW von meinem Vorgänger übernommen. Nach mehr als 9 ½ Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit in dieser Funktion und nach Vollendung des 70. Lebensjahres ist es an der Zeit, das Ruder Jüngeren zu übergeben. Bei der turnusgemäßen Wahl im Oktober 2012 werde ich nicht mehr kandidieren, sondern einen Nachfolger vorschlagen, der sich dann engagiert um die Geschicke des Landesbereichs kümmern wird.

Die Jahre in der GfW – 11 Jahre als Sektionsleiter in München und die größtenteils parallel verlaufende Tätigkeit als Landesvorsitzender waren ein Gewinn in vielerlei Hinsicht.

Dank sage ich allen, die mir geholfen und mich unterstützt haben. Der Sicherheitspolitik bleibe ich natürlich auch in Zukunft verbunden.

Hans-Rüdiger Roeske

Oberst a.D.

Vizepräsident und

Landesvorsitzender Bayern

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