Nr. 08/2012

 

Periodischer Beitrag

Landesbereich V

Baden - Württemberg

 

Landesbereich

Europäische Sicherheitspolitik im Geiste des Weimarer Dreiecks

Die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) in Baden-Württemberg hat mit ihrem französischen Partner CiDAN die 3. sicherheitspolitische Konferenz in Straßburg am 17.03. mit großem Erfolg durchgeführt.

Rund 200 interessierte Teilnehmer, hochrangige Vertreter des EUROKORPS, an ihrer Spitze die Generale Spindler (Deutschland), Buchsenschmidt (Belgien) und Montenegro (Spanien), Mitglieder von CiDAN und der GfW, aber auch Gäste aus der Schweiz, aus Österreich, Tschechien, Rumänien und Großbritannien füllten den Veranstaltungssaal in der Kaserne Aubert-de-Vincelles bis auf den letzten Platz.

3. Straßburger Konferenz von GfW und CiDAN beim Eurokorps  -  Foto: Eurokorps

Erstmals nahm mit Brigadegeneral Stefan Czmur, dem militärischen Berater der polnischen Ratspräsidentschaft, ein Vertreter Polens als Vortragender teil. Die Absicht der Veranstalter war es, die Konferenz im Sinne des Weimarer Dreiecks zu öffnen.

Nach dem Grußwort des Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments, Herrn Rainer Wieland, der Vorstellung des EUROKORPS durch den Stellvertreter des Kommandierenden Generals, Herrn Generalmajor Walter Spindler, der auch über den Einsatz von Teilen des Stabes des Korps in Afghanistan vortrug, folgten vier weitere hochwertige und sehr interessante Vorträge zum Thema Aspekte Europäischer Sicherheitspolitik.

Frau Suzana Lipovac, Vorsitzende der Nicht-Regierungsorganisation „Kinderberg-International“ in Stuttgart berichtete über die medizinische Betreuung vor allem afghanischer Frauen in fast 50 Betreuungseinrichtungen in Afghanistan und die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr. Dabei sprach sie auch deutlich die Grenzen der Möglichkeiten der Streitkräfte im humanitären Einsatz an.

General (ret) Stefan Czmur, Berater der polnischen EU-Ratpräsidentschaft, trug vor zu europäischen Anstrengungen, militärische Instrumente für die gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik aufzubauen. Sehr kritisch beleuchtete er den gegenwärtig unbefriedigenden Stand dieser Bemühungen am Beispiel der EU-Battlegroups.

In dem vom französischen Partner CiDAN inhaltlich gestalteten Nachmittag trugen General (ret) Jacques Favin Lévêque, EURODEFENSE FRANCE  und Mr. Jean Sylvestre Mongrenier, Université  de Paris, vor.

Lévêque wies in seinem Vortrag auf die Vielfalt der europäischen Probleme bei der Ausgestaltung einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik hin und ergänzte den Vortrag von Stefan Czmur.

Seinen trotz allem optimistischen Ausblick gründete er vor allem auf der Erweiterung des Weimarer Dreiecks um Italien und Spanien und die Hoffnung auf eine gewisse Belebung gemeinsamer europäischer Bestrebungen, nachdem Großbritannien einer gemeinsamen europäischen Entwicklung wegen der Gefahr der Konkurrenz zur NATO eher skeptisch gegenüber steht.

Mongrenier ging auf die gemeinsame Euro-Atlantische Sicherheitszone ein, stellte die gemeinsamen Interessen dar und betrachtete die möglichen Erweiterungen um Russland und die Türkei. Er beleuchtete die Problematik der Errichtung einer Stabilitätszone im Mittelmeer-Raum und schloss ab mit einer Beurteilung der zukünftigen weltweiten strategischen Entwicklung und dem besonderen Blick auf die Verlagerung des amerikanischen Interesses in den Pazifik und die sich daraus ergebende amerikanisch-chinesische Entwicklung.

Das EUROKORPS sorgte mit seiner perfekten Unterstützung für einen hervorragender Rahmen.

 

Sektion Ostwürttemberg

Sektionsleiter: Gerhard Ziegelbauer


Führende Hochpräzisionstechnologie made in Baden-Württemberg –

Besuch der Sektion bei der Firma Diehl Defence Holding GmbH

„Interessante Betriebsbesichtigung von der Präzisionsfertigung bis zum Showroom“, „faszinierende und erstaunliche Wehrtechnik“ und „ein außergewöhnlicher Einblick in ein alltagsfremdes Thema“ sind nur ein paar Zitate, die am Abend des 15.05.2012 auf dem Weg vom Bodensee nach Hause in Richtung Ostwürttemberg zu hören waren.

GfW-Sektionsleiter Gerhard Ziegelbauer lud zu einer Fahrt an den Bodensee ein. Das Angebot, neben der Firma Diehl auch das Dornier-Museum und die Stadt Friedrichhafen zu besuchen, stieß auf ein reges Interesse. So machte sich eine Gruppe interessierter Mitglieder und Freunde der GfW sowie des Reservistenverbandes  am 15. Mai 2012 auf den Weg nach Überlingen.

Bei der Firma Diehl sorgten die Mitarbeiter nicht nur für viele staunende Blicke und eine sehr anschauliche Führung, sondern beantworteten auch zahlreiche Fragen. Sehr schnell wurde den interessierten Besuchern klar, dass der umgangssprachliche Begriff „Rakete“ eine Beleidigung für die in Überlingen konstruierten und gefertigten hochpräzisen und intelligenten Lenkflugkörper darstellt.

Betriebsbesichtigung bei der Firma Diehl Defence Holding GmbH in Überlingen

Im Anschluss an die Führung hielt Oberstleutnant a.D. Dipl.-Ing. Gerhard Dussler als Leiter Marketing & Sales für Luftwaffensysteme und ehemaliger Staffelkapitän der 1. Staffel des Jagdgeschwaders 71 „Richthofen“ mit mehr als 2.000 Stunden Flugerfahrung auf einer F-4F Phantom, einen sehr lebendigen Vortrag über das Produkt IRIS-T. IRIS-T, die Abkürzung aus den Anfangsbuchstaben von Infra-Red Imaging System – Tail/Thrust Vector Controlled, ist die Bezeichnung für den Kurzstrecken-Luft-Luft-Flugkörper der neuesten Generation, der nach und nach die AIM-9L Sidewinder in der Bundesrepublik Deutschland und den weiteren fünf Konsortialnationen ersetzen wird.

IRIS-T kann Flugziele bis zu einer Reichweite von 25 Kilometern erfolgreich bekämpfen. Der Flugkörper erreicht dabei eine Geschwindigkeit von deutlich mehr als 3 Mach, wiegt bei einer Länge von 2,94 Metern und einem Rumpfdurchmesser von 12,7 Zentimetern knapp 90 Kilogramm. Der Flugkörper verfügt über eine volle Kompatibilität mit bestehenden Sidewinder-Schnittstellen und garantiert eine hohe Rückweisungsrate gegen Infrarot- und Lasergegenmaßnahmen.

Gerhard Ziegelbauer zeigte mit der Fahrt an den Bodensee einmal mehr sein Talent für eine spannende und greifbare Aufklärung sicherheits- und verteidigungspolitischer Themen.

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