Nr. 06/2013

Periodischer Beitrag

Landesbereich VII

Brandenburg – Sachsen – Sachsen-Anhalt - Thüringen

für ES & T – Ausgabe 06/2013

 

Sektion Magdeburg

Sektionsleiter: Joachim-Friedrich von Witten

Aufgrund des 300-jährigen Geburtstages Friedrich des Großen im vergangenen Jahr gab es auch im Bereich der Sektion Magdeburg Veranlassung, hierzu eine Vortragsveranstaltung durchzuführen. Vor den Toren der Stadt Magdeburg in Richtung Berlin liegt der kleine Ort Körbelitz. Jährlich hat Friedrich der Große dort seine berühmte Truppenrevue durchgeführt und hierfür mehrere Tage in einem Gasthaus in Körbelitz genächtigt. Die Revue selbst verfolgte er von einem nahe gelegenen Hügel aus. Aus diesem Anlass hat der Heimatverein Körbelitz e.V. an dem Wochenende vom 01.06. bis zum 03.06.2012 ein Dorffest veranstaltet. Die GfW-Sektion Magdeburg steuerte hierzu einen Vortrag am 02.06.2012 des GfW-Mitgliedes Oberst a. D. Ulrich C. Kleyser als Laudatio bei. Auch dieser hat persönlichen Bezug zu Körbelitz, da Oberst a. D. Kleyser zuvor mehrere Jahre lang der Kommandeur des hiesigen damaligen VBKs 82 in Magdeburg gewesen ist (heutiges Landeskommando Sachsen-Anhalt). Als Militärhistoriker hat er vor ca. 90 Gästen die Laudatio zu Ehren Friedrich des Großen gehalten und ihn hierbei in seiner Zeit betrachtet, aber sich auch mit heutigen kritischen Stimmen auseinandergesetzt und seine Gedanken und sein Wirken bis in unsere heutige Zeit betrachtet.

Am nächsten Tag, dem 03.06.2012, hat dann unser Mitglied OTL a. D. Hans Ulrich Bossert einen Erinnerungsvortrag über Friedrich des Großen gehalten und hierbei vor allem auch alles das beleuchtet, was Friedrich den Großen mit der hiesigen Gegend verband.

Wilfried v. Tresckow im Rathaus zu Magdeburg   -   Foto: J.-F. von Witten 

Ein weiterer Höhepunkt im vergangenen Jahr fand am 20.07.2012 statt, dem Jahrestag des Attentates auf Adolf Hitler. General Henning v. Tresckow, ein oder der führende Kopf des Attentatsversuches, wurde in Magdeburg geboren. Anlässlich dieses Jahrestages konnte aus dessen Familie für einen Vortrag über Henning v. Tresckow Herr Wilfried v. Tresckow gewonnen werden. Nach einer offiziellen Veranstaltung an einer Gedenkstele zur Erinnerung an Henning v. Tresckow und die Widerstandskämpfer durch das Landeskommando Sachsen-Anhalt und der Landeshauptstadt Magdeburg folgte dann im Rathaussaal des Alten Rathauses in Magdeburg der Vortrag, der auch erheblichen Applaus erntete. Herr Wilfried v. Tresckow hat nicht nur das Leben und Wirken seines berühmten Namenvetters beleuchtet, sondern auch weitere Hintergründe zu dem Attentat angeführt und auch von persönlichen Gegebenheiten aus dem Familienkreis zu dem Attentat berichtet, die sich ansonsten in keiner Literatur finden.

Einen sicherheitspolitischen Vortrag hielt im letzten Jahr Herr Oberstarzt Bruno Most, Abteilungsleiter G3 des Sanitätskommandos III Weißenfels, zu dem Thema „Der Sanitätsdienst der Bundeswehr im Auslandseinsatz unter besonderer Berücksichtigung sicherheitspolitischer Aspekte“.  Mit viel Engagement berichtete er am 20.11.2012 im Ratskeller des Alten Rathauses in Magdeburg über die sanitätsdienstlichen Auslandseinsätze und schilderte auch anhand eigener Lichtbilder seine mehrmonatigen Einsätze vor allem in Afghanistan. Zuletzt war er von Oktober 2011 bis März 2012 als Kommandeur im Sanitätseinsatzverband ISAF, Masar-e-Sharif, eingesetzt gewesen. Auch dieser lebendige Vortrag fand viel Anklang bei den Zuhörern. 

Neben diesen Veranstaltungen fanden auch die monatlichen Stammtische der Mitglieder statt und es wurden Verbindungen zum Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V. in Sachsen-Anhalt, der Reservistenkameradschaft Fürst Leopold von Anhalt-Dessau und dem Bundeswehrverband Burg geknüpft, um auch gemeinsame Veranstaltungen durchzuführen.

Joachim-Friedrich von Witten

 

Sektion Halle (Saale)

Sektionsleiter: Ernst W. Speidel

Vor nunmehr zwei Jahren hatte der aktuelle Sektionsleiter diese Aufgabe von Oberstleutnant a.D. Jürgen Rann übernommen, der bis dahin die Sektion aufgebaut und ihre Arbeit gestaltet hatte. Einzelne Informationsbesuche und jeweils eine Wintervortragsreihe unter einem Leitthema sind die Höhepunkte der Aktivitäten. Die Vorträge können durch Kooperation mit der Stadt Halle (Saale) und der Landesgruppe Sachsen-Anhalt des Verbandes der Reservisten der Bundeswehr (VdRBw) jeweils im altehrwürdigen Großen Festsaal des Stadthauses und damit in äußerst beeindruckender Atmosphäre durchgeführt werden.

Die aktuelle Wintervortragsreihe wurde unter das Leitthema „Lebenswelt sichern - Gefahren abwehren. Zivil-militärische Zusammenarbeit nach der Strukturreform der Bundeswehr“ gestellt.

Holger Stahlknecht als zuständiger Minister für Inneres und Sport hatte am 28.11.2012 persönlich zur Lage des Katastrophenschutzes in Sachsen-Anhalt referieren wollen, aber er musste kurz vor Veranstaltungsbeginn absagen. Sein Referatsleiter Lutz-Georg Berkling sorgte jedoch dafür, dass der Abend im voll besetzten Saal trotzdem nicht zur „Katastrophe“ geriet. Er machte vor allem deutlich, dass man Katastrophen nur zusammen bekämpfen kann.

Berkling, der das Referat Brand- und Katastrophenschutz, Zivile Verteidigung, Militärische Angelegenheiten, Rettungswesen leitet, erläuterte, wer wann was wo mit wem in Katastrophenfällen zu tun hat, wenn es gilt, Wohngebiete zu evakuieren, Betroffene zu betreuen, Eigentum zu sichern, für Gesundheit und Hygiene vorzusorgen und Ähnliches mehr.

Als am 21.02.2013 die Vortragsreihe mit einer Podiumsdiskussion fortgesetzt wurde, sprachen nacheinander die Repräsentanten verschiedener Katastrophenschutzorganisationen über ihre Fähigkeiten und Probleme. Die seien im globalen Vergleich bewältigbar, waren sich alle einig, denn „beim Katastrophenschutz gehört Deutschland zu den oberen zwei Prozent weltweit.“ Trotzdem gibt es nach übereinstimmender Auffassung der Gäste am Podium und im Saal auch in Halle (Saale) noch zu verbessern.

Der im Publikum anwesende Stadtrat Werner Misch (CDU) bedauerte in der abschließenden Diskussion, dass die Arbeit der ehrenamtlichen Katastrophenhelfer „in der Öffentlichkeit gar nicht richtig wahrgenommen“ werde. Die Vertreter am Podium stimmten dem zu, betonten aber auch, dass Schwierigkeiten ein „Ansporn“ für kreative Lösungsansätze seien.

Oberst Claus Körbi als Kommandeur des Landeskommandos Sachsen-Anhalt erklärte am 19.03.2013 beim dritten Abend der Vortragsreihe die Rolle der Bundeswehr nach ihrer Strukturreform. Sein Fazit: Trotz der verringerten Mannschaftsstärke „würden wir eine Elbe-Katastrophe wieder in den Griff kriegen“. Dabei komme es vor allem auf die Zusammenarbeit aller beteiligten Behörden und Hilfsorganisationen an: „Keiner kann alles, aber zusammen können wir viel.“

Kommandeur Landeskommando Sachsen-Anhalt Oberst Claus Körbi beim Vortrag  -  Foto: Speidel

Körbi schilderte bildhaft die veränderte Struktur der Bundeswehr mit ihren zukünftigen Standorten, Kräften und Fähigkeiten und umriss die Möglichkeiten und Grenzen der Amtshilfe, die in Unglücks- und Katastrophenfällen realisierbar ist: Reservisten in Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräften (RSU) in Sachsen-Anhalt in Kompaniestärke sollen künftig ergänzend zu Bezirks- und Kreisverbindungskommandos die nicht mehr verfügbaren Wehrpflichtigen im Rahmen der Katastrophenhilfe ersetzen.

„Die Mittlerfunktion zwischen Bundeswehr und Gesellschaft, die bisher die Wehr­pflich­tigen innehatten, müssen jetzt die Reservisten wahrnehmen“, sagte der Referent. 45 Dienstposten gebe es in seinem Stab „für Reservisten aller Dienstgrade.“ Ganz neu sei auch der Begriff des „Heimatschutzes“ als gesamtstaatliche Aufgabe auf deutschem Hoheitsgebiet, zu dem unter anderem der Katastrophenschutz gerechnet werde. Der Aufstellungsappell der RSU-Kompanie finde am 12. September 2013 in Burg statt.

StS Prof. Ulf Gundlach erläuterte die Katastrophenschutzsituation in Sachsen-Anhalt  -  Foto: Speidel

Am 25.04.2013 wurde die Reihe abgeschlossen: Ob Jahrhundertflut, Bombenanschlag, Massenkarambolage oder Großbrand: Das Ministerium des Innern ist als oberste Katastrophenschutzbehörde des Landes Sachsen-Anhalt politisch verantwortlich dafür, dass die Betroffenen bei schweren Unfällen und in Katastrophensituationen Schutz, Hilfe und Unterstützung zum Bewältigen der Situation erhalten. Was das im Einzelnen heißen kann, erläuterte Staatssekretär Ulf Gundlach und noch einmal Ministerialrat Lutz-Georg Berkling, der zuständige Referatsleiter des Innenministeriums. Dabei wurde der aktuelle Sachstand insgesamt bewertet, der künftige Bedarf eingeschätzt sowie getroffene Maßnahmen und erkannte Lösungsansätze dargestellt.

Ernst W. Speidel

 

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