Nr. 05/2013

Periodischer Beitrag

Landesbereich VI

Bayern

 

Wechsel im Landesverband Bayern

Der Vorsitz des Landesverbandes Bayern der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik wechselte Ende Februar von Oberst a.D. Hans-Rüdiger Roeske an Brigadegeneral a.D. Hans-Georg Schmidt, nach nahezu 43 Dienstjahren aus dem aktiven Dienst ausgeschieden ist. Seit dem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 2001 leitete Herr Roeske zunächst die Sektion München/Starnberg und ab 2003 gleichzeitig den Landesbereich.

Er hat das Bild und die Wahrnehmung der GfW über Bayern hinaus entscheidend geprägt. Aus Überzeugung bereitete er den Weg für die inzwischen bewährte Kooperation mit der Clausewitz-Gesellschaft, der Gneisenau-Gesellschaft und Transatlantischen Gesellschaft, den Arbeitskreisen Außen- und Sicherheitspolitik deutscher und europäischer Parteien sowie deren Bildungsstiftungen und Instituten, den wehrtechnisch tätigen Unternehmen, dem Bauhaus Luftfahrt und den in Oberbayern ansässigen Dienststellen und Freundeskreisen der verschiedenen Waffen- und Truppengattungen von Heer, Luftwaffe und Marine. So konnten die eingesetzten Ressourcen aller sich im weitesten Sinne mit sicherheitspolitischen Themen befassenden Einrichtungen wirtschaftlich und effizient gebündelt werden. Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei die Kooperation mit der Hanns-Seidel-Stiftung ein, die die ehrenamtliche Arbeit regelmäßig sowohl über ihr Bildungswerk als auch über die Akademie für Politik und Zeitgeschichte in ihren Räumlichkeiten beherbergt und gemeinsam verabredete Themen in Vorträgen oder Seminaren realisiert. Sein besonderes Engagement wird auch durch weitere Ehrenämter deutlich. So ist Herr Roeske zunächst auch weiterhin tätig als stellvertretender Präsident sowohl in der GfW als auch des Arbeitskreises der Reservisten-, Soldaten- und Traditionsverbände in Bayern (ARST).

Für sein langjähriges und sehr erfolgreiches Wirken gebührt Herrn Roeske der Dank der gesamten GfW aber in besonderer Weise des Landesbereichs des Freistaates Bayern.

Sein Nachfolger übernimmt ein gut bestelltes Haus und wird nach intensiver Einarbeitung versuchen, die ausgezeichnete Leitung möglichst bruchfrei weiter zu führen. Er stellt sich der schwierigen Aufgabe, das Thema „Sicherheitspolitik“ deutlicher in die Mitte der Gesellschaft zu vermitteln. Hierfür kann Brigadegeneral a.D. Schmidt auf umfangreiche berufliche Erfahrung in fliegerischen Führungsverwendungen, die immer auch hohe Anforderungen stellten an den Umgang mit Menschen und der Öffentlichkeit, zahlreiche nationale und internationale Stabsverwendungen und nicht zuletzt auf ein Studium an der National Defense University in Washington D.C., das er als erster Luftwaffensoldat erfolgreich mit einem Master of Science Degree in „National Security Strategy“ abschloss, zurückgreifen.

Der neue Landesvorsitzende bei der Verleihung des Bestpreises an der Offizierschule der Luftwaffe 

Neben dem Wechsel im Vorsitz des Landesbereiches Bayern gab es in zwei Sektionen ebenfalls einen Wechsel in der Leitung. Nach acht Jahren sehr engagierter Arbeit gab Gerhard Wittmann sein Amt an seinen Nachfolger Dr. Thomas Müller ab. Dem scheidenden Sektionsleiter gebührt Dank für seinen unermüdlichen Einsatz, mit dem er jährlich bis zu acht Veranstaltungen mit hochrangigen Vertretern der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Streitkräfte organisierte und dabei reges Interesse über die Region Ingolstadt hinaus wecken konnte. Sein Nachfolger, Oberstleutnant der Reserve, kann auf die seit langen Jahren bewährte Unterstützung des Stellvertreters Herrn Jakob Deutsch bauen und die erfolgreiche Arbeit fortführen.

Desgleichen gab Oberstleutnant Daniek, bisher Inspektionschef an der Luftlande-/Lufttransportschule in  Schongau-Altenstadt, kurz vor seinem Einsatz in Afghanistan die Führung der Sektion an Oberstleutnant Theissen ab.

Die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik ist gut aufgestellt mit ihrem Konzept der bürgernahen Vermittlung von Sicherheitspolitik und folgt erfolgreich der Forderung des Bundesministers der Verteidigung, dass die Debatte „ …raus muss aus den Vorstandssälen, raus aus den internen Zirkeln, ran an die Menschen“. Mit insgesamt rund 100 Sektionen, 13 davon im Bundesland Bayern, konnten allein im vergangenen Jahr bei nahezu 900 Veranstaltungen mehr als 140.000 Menschen direkt erreicht werden. Eine erfolgreiche Bilanz, deren Bedeutung durch den vergleichsweise geringen Mittelansatz umso mehr wiegt.

Aus der Mitte der Gesellschaft wirkend, kann sich die GfW auch künftig um ein Wirken in zwei Richtungen bemühen und bewähren. Noch stärker als bisher sollte es gelingen, auch jüngere Menschen ohne militärische Vorbelastung zu erreichen. Hierfür gibt es sehr gute Ansätze auf regionaler Ebene. Das Thema: „Warum sind wir mit Streitkräften als einem Element sicherheitspolitischer Vorsorge weltweit im Einsatz“, ist präsent und findet breites und zunehmendes Interesse auch über soziale und andere innenpolitische Themen hinaus. Desgleichen aber gilt es auch die Bemühungen in Richtung verantwortlicher Politiker zu verstärken. Und in Verantwortung für die Sicherheitspolitik steht nicht zuletzt auch jeder gewählte Vertreter des Volkes auf Bundesebene, der über den Einsatz von Deutschen Soldaten als ein (anderes) Mittel der Politik, entscheidet. Gesamtstaatliche Sicherheitspolitik darf nicht allein Angelegenheit einzelner Bundesressorts, fachlicher Ausschüsse oder von Experten sein. Eine grundsätzliche, politische Auseinandersetzung mit allen Elementen einer Gesamtstrategie ist schwierig, unbequem und unpopulär besonders in Lichte tagespolitischer Ereignisse. Sie ist jedoch unumgänglich für ein von kalkulierbarem, verlässlichem und konsequentem Handeln geprägten gesamtstaatlichen Verhalten. Frau Bundestagsabgeordnete Elke Hoff hat sicher recht, wenn sie im Interview mit der Verbandszeitschrift der Reservisten sagt: „Politische Entscheidungen über einen Krieg sind eine sehr persönliche und emotionale Angelegenheit.“ Ebenso stark müssen solch schwerstwiegenden Entscheidungen aber zuvorderst von nachvollziehbarer politischer Rationalität bestimmt sein, das sich am gesamtstaatlichen Interesse zu orientieren hat. Nur auf einem solchen Fundament können Konzepte wie „Pooling und Sharing“ funktionieren.

Die GfW im Konzert mit ihren Kooperationspartnern versteht sich als ein Forum, in der diese Diskussion in die Politik aller Ebenen getragen werden kann und sollte.

In eigener redaktioneller Verantwortung

Hans-Georg Schmidt, Brigadegeneral a.D.

Landesvorsitzender Bayern

Oben                                                                                                                                                                    Zurück

Unsere Partner: