Nr. 04/2014

Periodischer Beitrag

Selbständige Sektionen

Berlin und Bonn

 

Sektion Berlin

Sektionsleiter Oberst d.R. Dr. Heinz Neubauer

„Was bleibt nach dem Einsatz?

Podiumsdiskussion der Konrad-Adenauer-Stiftung und der GfW-Sektion Berlin am 06.11.2013

Bei ihrer traditionellen Kooperationsveranstaltung mit der Konrad Adenauer Stiftung (KAS) nahm sich die GfW-Sektion Berlin eines Themas an, das insbesondere im Zusammenhang mit Berichten über an Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) leidenden Heimkehrern aus dem Bundeswehreinsatz in Afghanistan zunehmend in das Blickfeld von Öffentlichkeit und Medien geraten ist: der psychischen Einsatzbelastung von Soldaten und Polizisten und dem Umgang mit den (möglichen) Folgen.

Es stellt sich die Frage, wie traumatische Erlebnisse von Einsatzkräften bewältigt werden können und welche Möglichkeiten der Vorbeugung es gibt. Konkret gefragt: Wie werden Soldaten und Polizisten auf ihre Einsätze vorbereitet und währenddessen und danach betreut? Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es? Wie gut sind die Chancen, seelische Belastungen zu verarbeiten? Wo besteht noch Verbesserungsbedarf? Über diese Fragen diskutierten auf dem Podium Manuela Kazmiersky (Leiterin der Sozialbetreuung der Polizei Berlin), Brigadegeneral Klaus von Heimendahl (PTBS-Beauftragter der Bundeswehr) und Regierungsdirektor a.D. Dr. Norbert Kröger (Psychotraumatologische Praxis für Gewalt- und Kriminalitätsopfer). Moderiert wurde die Diskussion von Dr. Heinz Neubauer (Leiter der GfW-Sektion Berlin und Vizepräsident der GfW).

 

vlnr.: Dr. Norbert Kröger, Manuela Kazmiersky, Dr. Heinz Neubauer, Brigadegeneral Klaus von Heimendahl

Kazmiersky stellte die seit 1988 bestehende und ihren Worten zufolge in Europa einzigartige Sozialbetreuung der Berliner Polizei vor. Aufgabe des Dienstes sei eine intensive Ausklärungsarbeit und die Begleitung von Berliner Polizisten nach traumatischen Einsätzen. Hierfür verfüge man über ein festes Netz mit speziell ausgebildeten Mitarbeitern. Im Notfall werde umgehend eine festgelegte Ablaufkette ausgelöst. Jeder könne das Angebot in Anspruch nehmen, doch schafften es Traumatisierte meist selbst nicht, ihre Ängste und Probleme anzusprechen. Wichtig sei daher, das Gespräch mit den Betroffenen zu suchen und Ihnen das Gefühl zu geben, nicht allein zu sein. „Sprechenden Menschen kann man helfen“, so Kazmiersky. In den Gesprächen müssten ihre Ängste und Wünsche analysiert und gegebenenfalls die Arbeitsbedingungen angepasst werden.

Brigadegeneral von Heimendahl erläuterte das System der psychologischen Betreuung in den Streitkräften. Vor der Entsendung ins Einsatzgebiet würden die Soldaten einem psychologischen Screening unterzogen. Im Fokus stehe dabei der Umgang mit Stress und möglichen Problemen. Während des Einsatzes stehe den Soldaten ein Netzwerk aus Psychiatern, Psychologen und Seelsorgern zur Verfügung. Nach der Rückkehr würden die Einsätze mit psychologischer Betreuung nachbereitet. Werde bei einem Soldaten PTBS festgestellt, stünden die Bundeswehrkrankenhäuser bereit, die modern ausgestattet seien und alle über entsprechende Behandlungsmöglichkeiten verfügten. Für die Versorgung in der Fläche gebe es weitere Therapeuten. Wichtig sei es, auch die Familien der Erkrankten in die Therapie einzubeziehen.

Dr. Kröger, der viele Jahre im Bundeswehrkrankenhaus Berlin tätig war und heute eine psychotraumatologische Praxis für Gewalt- und Kriminalitätsopfer betreibt, ging in seinen Ausführungen besonders auf die PTBS-Symptome und die Psychotraumatherapie ein. Zu einer Belastungsstörung könne es infolge erlebter extremer Ereignisse kommen. Klassische Alarmzeichen seien Albträume, Flashbacks, sozialer Rückzug, Vermeidungsverhalten, erhöhte Reizbarkeit oder aggressives Verhalten. Häufig sei aber nicht das Trauma die eigentliche Ursache, sondern nicht verarbeitete, frühere Erlebnisse. „Wer in Geborgenheit aufgewachsen ist, ist weniger anfällig für psychische Erkrankungen“, so der Traumaexperte.

Hinsichtlich der Behandlungsmöglichkeiten befinde man sich bei PTBS noch am Anfang. Doch vor allem im Frühstadium ist PTBS laut Dr. Kröger sehr gut behandelbar. Für eine Therapie reichten in der Regel fünf bis zehn Sitzungen aus, sofern keine Chronifizierung vorliege bzw. keine effektive Behandlung erfolgt. Bei einer Chronifizierung mit Veränderung des Krankheitsbildes seien die Heilungschancen hingegen schwieriger. Allerdings sei es nicht immer einfach Therapeuten zu finden, die sich mit Militär und Krieg auskennen.

Wie sich in der darauffolgenden Diskussion zeigte, war das Interesse an dem Thema groß. Zugleich wurde deutlich, dass es noch erheblichen Forschungsbedarf hinsichtlich der Verbesserung der Behandlungsmethoden gibt. Eines ist jedenfalls sicher: Einsatzkräfte, die bei ihrem aufopferungsvollen Dienst Traumafolgestörungen erleiden, haben Anspruch auf bestmögliche Hilfe und dürfen nicht alleine gelassen werden.

Dr. Florian Seiller

Stellv. Sektionsleiter GfW Berlin

 

Sektion Bonn

Sektionsleiter Generalmajor a.D. Servatius Maeßen

„Bericht aus Bonn“

„In einer erst kürzlich vom Allensbach Institut für Demoskopie durchgeführten repräsentativen Bevölkerungsbefragung zur persönlichen Wahrnehmung von Sicherheitsrisiken gaben lediglich 16 Prozent der Bundesbürger an, sich große Sorgen um Krieg bzw. eine Verwicklung Deutschlands in eine militärische Auseinandersetzung zu machen. Die überwältigende Mehrheit von 84 Prozent macht sich darüber nur etwas bzw. gar keine Sorgen.“ Diesen Sachverhalt stellte zum Jahresbeginn die Präsidentin der GfW, Ulrike Merten, an den Beginn ihrer Analyse zur Lage der GfW.

„Wie schön“, könnte man sagen, wenn nicht Volksmeinung einerseits und die sicherheitspolitische Realität sowie Deutschlands auch im Koalitionsvertrag fest gestellte größere Verantwortung für Menschenrechte, Frieden und Freiheit in der Welt andererseits im Widerspruch ständen. Die Allensbach-Umfrage ist ein Indiz für wenig ausgeprägtes Interesse und unzureichende Information und Aufklärung über sicherheitspolitische Zusammenhänge und Abhängigkeiten. Der gefühlte „ewige Frieden“ in Deutschland wird als selbstverständliche, auf Dauer angelegte Realität empfunden und leistet einem schleichenden Pazifismus Vorschub, der nicht ideologisch begründet, sondern sich aus Gewohnheit und dem aktuellen Wohlfühlfaktor entwickelt. Eine Demokratie, die den sozialen Frieden garantiert, den Wohlstand bis ins hohe Alter sichert und für Arbeitsplätze sorgt, gilt als hinreichen wehrhaft, so das „gesunde“, aber zugleich leichtfertige Volksempfinden.

Grundsätzlich wurde diese Thematik von Rolf Clement, dem allgemein bekannten Sicherheitsexperten vom Deutschlandfunk, aufgegriffen in seinem Vortrag  „Das ‚freundliche Desinteresse‘ an Sicherheitspolitik – Analyse, Folgerungen, Lösungen“.  Er machte neben vielen anderen Faktoren für das Dilemma die Quotenorientierung der Medienanstalten, die Maxime „Breite vor Tiefe“ in der journalistischen Qualifikation und Berichterstattung, aber auch das Verhalten der „Konsumenten“  verantwortlich. In der schnelllebigen Zeit sind Kurzbeiträge vorrangig über Krisen und Skandale auf der Tagesordnung, und diese „bad news“ goutiert der Zuhörer/Zuschauer nicht. Aber auch die mit Sicherheitsvorsorge befassten Ressorts der Bundesregierung zeigten zu viel Defensive und zu wenig Transparenz. Mut, Kreativität und Geduld seien gefragt, und Informationsinhalte und -methoden sind unterschiedlichen Zielgruppen flexibel anzupassen. 

Generalleutnant Erich Pfeffer informierte über die Neuausrichtung der Bundeswehr

 Zum Themenkreis „Neuausrichtung der Bundeswehr“  hat der Stellvertreter des Inspekteurs Streitkräftebasis (SKB), Generalleutnant Erich Pfeffer, die konzeptionellen und strukturellen Auswirkungen dieses Prozesses anschaulich dargestellt. Die SKB ist künftig der zweitgrößte Organisationsbereich der Bundeswehr nach dem Heer und hat den höchsten Frauenanteil aller Organisationsbereiche. Bei den Auslandseinsätzen stellt die SKB ca. 25 Prozent der Kontingente. „Als Erste im Einsatz, bei jedem Einsatz dabei, als Letzte heraus“, so die prägnante Beschreibung des Selbstverständnisses. Praktisch ergänzt wurden diese Ausführungen durch einen Informationsbesuch beim Kommando Strategische Aufklärung (KSA). Die erfreulich große Besucherschar erhielt einen detaillierten und einprägsamen Überblick über Aufgabenvielfalt, Einsatzgrundsätze, technische Mittel sowie Herausforderungen und Perspektiven dieses Fähigkeitskommandos. Vom Einsatz her denken - und das 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche -  ist Motto und Maxime.

Generalleutnant a.D. Kersten Lahl, ehemaliger Präsident der Bundessicherheitsakademie und Vizepräsident der GfW, stand Rede und Antwort zu dem provokativen Thema „Zu den großen Mythen deutscher Sicherheitspolitik“. Der Referent erläuterte, dass folgende Thesen Realität werden müssten, wollten sie nicht als Mythen in die Geschichte eingehen: 

- „Gestaltungswille und Gestaltungskraft kennzeichnen die deutsche Sicherheitspolitik.“

- „Werte und Interessen bestimmen die deutsche Sicherheitspolitik“

- „Deutsche Sicherheitspolitik folgt einem ganzheitlichen Denken.“

- „Deutsche Sicherheitspolitik hat eine Strategie.“

 

Generalleutnant a.D. Kersten Lahl referierte über die „großen Mythen deutscher Sicherheitspolitik“

Eine Bilanz: Die Sektion Bonn sieht sich auf einem guten Weg. Ein Mitgliederzuwachs von mehr als 30 Prozent  in fünf Jahren, steigende Zuhörerzahlen  und ein erfreuliches Spendenaufkommen sind messbare Indikatoren dafür, dass unser Informationsangebot ankommt und angenommen wird. Danke, Mitglieder, Freundinnen und Freunde und Sympathisanten der Sektion Bonn in der GfW! Und, diese Bestätigung ist Ansporn, trotz spürbarem Gegenwind, ausgeprägtem Desinteresse und schleichendem Pazifismus engagiert der Sache zu dienen und mehr noch als bisher jüngere und uninformierte und ablehnend eingestellte Zielgruppen zu erreichen und die Medienpräsenz zu verstärken.

Servatius Maeßen

Sektionsleiter Bonn

 

Periodischer Beitrag

Landesbereich I

Schleswig-Holstein - Mecklenburg-Vorpommern - Hamburg

Landesbereich

Landesvorsitzender OTL a.D. Wolfgang Ludwig

Maritime Sicherheit

Erstmals hat der Landesbereich I eine Veranstaltung als Kooperationspartner der Deutschen Maritimen Akademie, einer Stiftung des Deutschen Marinebundes, durchgeführt. Im Mittelpunkt eines Expertengesprächs im Marineehrenmal in Laboe standen die deutsche maritime Sicherheitspolitik und die Frage, ob Deutschland diese gar vernachlässigt?

„Die Diskrepanz zwischen der zunehmenden Bedeutung maritimer Sicherheit auf der einen Seite und dem weitverbreiteten Desinteresse an maritimen Fragen in Politik und in großen Teilen der Bevölkerung auf der anderen Seite erfordern mehr Anstrengungen in allen Bereichen unserer Gesellschaft, um Antworten auf diese neuen Herausforderungen in unserem maritimen Jahrhundert zu finden. In der Politik hat zwar ein Umdenken begonnen, aber es mangelt nach wie vor an sicherheitspolitischen Konzepten und Strategien.“

Nach der Begrüßung durch Karl Heid, dem Vorsitzenden der Deutschen Maritimen Akademie und Präsidenten des Deutschen Marinebundes, befassten sich Wissenschaftler, Juristen und Politiker in Kurzreferaten und einer anschließenden Diskussion mit dieser These.

So hob Dr. Jürgen Rohweder vom Nautischen Verein zu Kiel hervor, dass Deutschland längst eine „heimliche“ Seemacht sei. Deutsche Reeder besitzen die drittgrößte Flotte der Welt - wenn auch nicht unter deutscher Flagge – und die meisten Containerschiffe der Welt. Er betonte, dass die maritime Wirtschaft in ganz Deutschland rund 400.000 Menschen beschäftige und der deutsche Ex- und Import als Motor unseres Wohlstandes weitgehend über See gehe.

Für den renommierten Wissenschaftler Prof. Dr. Joachim Krause von der Kieler Christian-Albrechts-Universität hängt maritime Sicherheit eng mit einem kooperativen Umfeld zusammen, das in den vergangenen Jahrzehnten vieles möglich gemacht habe, aber schwächer werde. Das bedeute, dass wir uns auf Krisen einstellen müssten, die wir bislang für relativ unwahrscheinlich hielten. Krause sprach hierbei weniger von der Piraterie und deren Bekämpfung, sondern eher von den Risiken, die sich an so genannten „chokepoints“, also Engpässen der Seefahrt entfalten könnten: etwa wenn ein Land wie der Iran die Straße von Hormus schließt, oder wenn China seine territorialen Ansprüche in der Südchinesischen See mit militärischer Gewalt durchzusetzen versucht. Es könne auch passieren, dass als Folge eines Streites zwischen China und seinen Nachbarländern über die Besitzverhältnisse bezüglich unbewohnter Inseln Konflikte ausbrechen, die erhebliche Nachwirkungen hätten. Er warnte auch, dass in kleinen Schritten versucht werde, die Freiheit der Meere einzuschränken, sei es am Suez-Kanal oder an anderen Orten.

Deutschland muss sich seiner Verantwortung stellen

Für den SPD-Politiker und Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses, Dr. Hans-Peter Bartels, stand fest, dass Deutschland als eine der wichtigsten Volkswirtschaften der Welt, als eine der führenden Exportnationen, als zweitgrößtes NATO-Mitglied und größtes Land in der Europäischen Union seine maritime Verantwortung nicht kleinrechnen könne. Ihm gehe es daher nicht um spezifische nationale deutsche Handelsinteressen, sondern um Deutschlands Mitverantwortung für freie Seewege, Sicherheit und die Bewahrung des Friedens weltweit.

Mit Blick auf die Deutsche Marine forderte er keine weitere Reduzierung. Eine stetig wachsende Kooperationen und Integration benachbarter Streitkräfte etwa im Ostseeraum, mit skandinavischen Partnern und mit den Niederlanden und Belgien seien die nächsten Schritte. Die erprobte Internationalität der Marine könne hier Vorbild und Schrittmacher für die gesamte Bundeswehr sein.

Sein sicherheitspolitischer Kollege Ingo Gädechens, CDU, unterstrich ebenso, dass sich die Sicherheit der Seewege und die ungehinderte Nutzung des maritimen Wirtschaftsraumes weder einzelstaatlich noch ausschließlich militärisch gewährleisten ließen. Gemeinschaftliche, ressortübergreifende Ansätze und multinationale Lösungen seien erforderlich. Er beklagte, dass die breite Öffentlichkeit an den Einsätzen der Bundeswehr aber immer noch zu wenig Anteil nehme.

Diesem Desinteresse auch an maritimer Sicherheitspolitik, müsse die Politik begegnen, um ihr einen höheren Stellenwert einzuräumen. Er forderte daher eine breite gesellschaftliche Diskussion über das außen- und sicherheitspolitische Selbstverständnis unseres Landes.

Der Präsident des Deutschen Maritimen Instituts und ehemalige Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral a.D. Hans-Joachim Stricker, erinnerte in seinem Statement an Thomas Mann, der gesagt hat: „Der Deutsche liebt die See – vom Strand aus“. Und für ein Schiff, das weiter als 15 Seemeilen von diesem Strand entfernt ist, gelte das bekannte Sprichwort „aus den Augen aus dem Sinn“. Gleichwohl müsse es das Ziel von Politik und Diplomatie sein, Handlungsoptionen zu mehren, und der wichtigste Beitrag von Seestreitkräften zur maritimen Sicherheitspolitik bestehe darin, Optionen für die politische Führung zu entwickeln und bereitzuhalten. Er erinnerte an den Einsatz deutscher Seefernaufklärer über der Adria oder die Teilnahme des Minenabwehrverbandes Südflanke an den Operationen im Persischen Golf nach dem ersten Irak-Krieg. Auch der Einsatz deutscher Seestreitkräfte vor dem Libanon wurde sehr zügig entschieden, bei dem es bis heute darum gehe, den Libanon bei der Kontrolle seiner Hoheitsgewässer zu unterstützen.

Daraus folgerte er, dass die Deutsche Marine gemeinsam mit anderen europäischen Marinen Wegbereiter multinationaler Kräfte sein könne, und kritisierte, dass diese Option nicht schon längst mit wesentlich mehr Nachdruck von Politik und Bundeswehr verfolgt worden sei.

Im Ergebnis waren sich alle Experten einig, dass Deutschland seine maritime Sicherheitspolitik zukunftsfähig machen müsse.

Sektion Schwerin

Sektionsarbeit durch Landesbereich I

In Kooperation mit der Konrad Adenauer Stiftung, der Deutschen Atlantischen Gesellschaft, dem Bundeswehrverband, dem Reservistenverband und dem Landeskommando Mecklenburg Vorpommern referierte zu Jahresbeginn der Präsident des Deutschen Maritimen Instituts und ehemalige Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral a.D. Hans-Joachim Stricker, vor rund 130 Zuhörern in der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin zum Thema „Maritime Aspekte globaler Sicherheit“.

Nach der Begrüßung durch den Kommandeur Landeskommando Mecklenburg-Vorpommern, Brigadegeneral Christof Munzlinger, stellte der Referent zunächst fest, dass das Maritime und damit auch die maritime Sicherheitspolitik es nach wie vor nicht einfach in Deutschland hätten. Dabei habe es in der Vergangenheit viele bedeutsame maritime Operationen gegeben, so die Operation Atalanta am Horn von Afrika oder die Operation Active Endeavor im Mittelmeer, deren deutscher Beitrag für den Erfolg dieser Operation von großer Bedeutung gewesen sei.

Nach dem Vortrag in Schwerin v.l.n.r. Brigadegeneral Munzlinger, Vizeadmiral a.D. Stricker, Oberstleutnant a.D. Ludwig) Foto: LKdo M-V

Die Deutsche Marine müsse „ressortübergreifend“ sein, um den künftigen sicherheitspolitischen Herausforderungen wirkungsvoll begegnen zu können, forderte Admiral Stricker. So gebe es in England, Italien und Spanien bereits seit zehn Jahren mit der UK MARFOR, IT MARFOR und SP MARFOR Marinekräfte, die sich z.B. um einen Hubschrauberträger oder ein Docklandungsschiff gruppieren und bei Bedarf abgerufen werden könnten. Er halte es für denkbar und auch machbar, dass sich zum Beispiel Deutschland, die Niederlande, Dänemark und Polen auf die Schaffung eines derartigen Verbandes einigen könnten.

Das maritime 21. Jahrhundert halte Herausforderungen bereit, die besonders maritim geprägt sein werden. Dabei nur die naheliegende Marine zu betrachten, greife in einer globalisierten Welt mit Herausforderungen „across the board“ zu kurz, so der Admiral. Die deutschen Streitkräfte insgesamt müssten ihren Blick weiten und globalisieren, um ihren Beitrag zu einer deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu leisten.

 

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