Nr. 04/2012

 

Periodischer Beitrag

Landesbereich I

Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein

Im Dezember fand das traditionelle Seminar „Internationale Sicherheit im 20. Jahrhundert“ statt, das der Landesbereich I mit dem Verband der Reservisten, der Deutschen Atlantischen Gesellschaft und der Hermann Ehlers Akademie ausrichtet. Sicherheitspolitische Experten trugen zur deutschen und internationalen Sicherheits- und Außenpolitik vor, beleuchteten dabei die Rolle Russlands und diskutierten über die Zukunft der Bundeswehr. Im Rahmen des Seminars wurde der neue Landesvorsitzende I, Oberstleutnant a.D. Wolfgang Ludwig, der „sicherheitspolitischen Community“ Schleswig-Holsteins vorgestellt. Er löste Fregattenkapitän a.D. Max Lübke ab, der mehr als 15 Jahre den Landesbereich geführt und geprägt hat. Oberstleutnant a.D. Ludwig wird weiterhin die Sektion Kiel leiten.

 

OTL a.D. Wolfgang Ludwig (links) hat den Landesvorsitz von FKpt a.D. Max Lübke übernommen

 

Sektion Herzogtum Lauenburg

Sektionsleiter Oberstleutnant d.R. Eckhard Gerber

Zur Aufarbeitung des Terroranschlags vom 11. September 2001 referierte Hans-Joachim Delfs, ehemaliger Geschäftsführer des Verbands für Sicherheit in der Wirtschaft Norddeutschlands e.V. 

Er zeigte Hintergründe und Aktionen des Terrornetzwerks auf und ging auch auf die aktuelle Bedrohungslage ein. Delfs beklagte dabei, dass das Vergessen der Ereignisse die ursprüngliche Sensibilität der Menschen verdrängt habe, obwohl der menschenverachtende Terrorismus nichts von seinem Schrecken verloren habe. Er stellte fest, dass die Bedrohung für Europa und auch Deutschland sogar gestiegen sei. So wurden in den letzten zehn Jahren in Deutschland acht islamistische Anschläge vereitelt oder scheiterten, wie zum Beispiel die  sogenannten „Kofferbombenanschläge“ auf zwei Regionalzüge im Sommer 2006.

Besonderes Augenmerk richtete der Referent schließlich auf die aktuelle Gefahr durch die salafistischen Netzwerke, die einen rigiden „Gottesstaat“ anstrebten. Delfs sieht in der Bekämpfung des gewaltbereiten Islamismus eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Er befürwortet einen ganzheitlichen Ansatz, um der Radikalisierung junger Muslime entgegen zu wirken.

In den vergangenen Jahren hat sich die Zusammenarbeit mit der Schleswig-Holsteinischen Universitätsgesellschaft bewährt. Huntingtons These vom Zusammenprall der Kulturen steht immer noch im Raum. Auf der anderen Seite steht aber die These „Kein Weltfriede ohne Religionsfriede“ von Hans Küng. Diese Problematik griff Prof. Dr. Dr. Klaus Kurzdörfer von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel auf und sprach vor beiden Sektionen zum Thema „Weltreligionen – ihr Konflikt- und Friedenspotential“.

 

Sektion Flensburg

Sektionsleiter Fregattenkapitän a.D. Wolfgang Kanstorf

Bei den  Vortragsveranstaltungen der Sektion standen die Reform der Bundeswehr und der Wegfall der Wehrpflicht im Fokus.

Peter Bauch, Dozent und Politikberater, referierte zum Thema „Die deutsche/europäische Gesellschaft im Wandel - Folgen und Auswirkungen aus sicherheitspolitischer Sicht”. Er beleuchtete demographische Veränderungen mit Erkenntnissen aus wissenschaftlicher und gesellschaftspolitischer Sicht und zeigte Konsequenzen auf, die bei den sicherheitspolitischen Entscheidungen für die Streitkräfte zu berücksichtigen sind.

An einem weiteren Vortragsabend gemeinsam mit der Friedrich-Naumann-Stiftung sprach der Beauftragte des polnischen Ministerpräsidenten, Prof. Dr. Krzysztof Miszczak, über „Polens Rolle in der EU-Außenpolitik”. Dieser sehr offene Vortrag führte in die neue polnische Rolle ein und löste eine vielschichtige Diskussion aus.

In einer Gemeinschaftsveranstaltung mit der Volkshochschule Flensburg schilderte Oberstarzt a.D. Dr. Reinhard Erös unter dem Thema „Die sicherheitspolitische und humanitäre Situation in Afghanistan” vor 130 Zuhörern persönliche Eindrücke, Erlebnisse und Erkenntnisse aus seinem Einsatz in Afghanistan.

In eigener Sache: Am 3. Februar 2012 verstarb Fregattenkapitän a.D. Leopold Gabriel. Herr Gabriel war von 1987 bis 1995 Sektionsleiter der Sektion Flensburg. Er hat sich in jenen Jahren in besonderer Weise um den Aufbau der Sektion und um die Ziele der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik verdient gemacht. Er bleibt in unserer Erinnerung.

 

Sektion Lübeck

Sektionsleiter Oberstleutnant a.D. Wolfgang Heger

Im zweiten Halbjahr 2011 bot die Sektion vier Veranstaltungen an, von denen der Themenabend Staatsschulden und der Truppenbesuch in Munster im September herausragende Ereignisse waren.

Beim Themenabend mit dem Titel „ Zwei Billionen Staatsschulden – Ursachen und Lösungsansätze zu deren Überwindung“ hat Reiner Holznagel, Vizepräsident des Bundes der Steuerzahler Deutschlands, in seinem Vortrag mit Klarheit und Sachlichkeit in die Thematik eingeführt. Die anschließende Podiumsdiskussion, geleitet von Wolfram Hammer, Wirtschaftsredakteur der Lübecker Nachrichten, bot dann Politikern die Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge darzulegen und eigene Lösungsansätze darzustellen. Für die Hansestadt Lübeck diskutierte der Vorsitzende des Finanzausschusses, Jan Lindenau, MdBü, für den Landtag Schleswig-Holstein der Vorsitzende des Finanzausschusses, Peter Sönnichsen, MdL sowie Frau Katharina Loedige, MdL.

 

Lebhafte Diskussionen bei einem Themenabend über Staatsschulden

Der Truppenbesuch in Munster stand im Zeichen der „Informations- und Lehrübung 2011“. Die Lehrvorführung, die  einen typischen Auslandseinsatz abbildete, ist schon fast „historisch“ zu nennen, denn in dieser Darstellung werden wir das Heer wohl nicht mehr erleben. Drei weitere Vorführungen unter dem Gesamtthema „Logistik im Einsatz“ bis hin zum abschließenden Gefechtsschießen „Operation verbundener Kräfte“ bot den Teilnehmern ein wahres „Feuerwerk“ an Informationen.

Im November ließ sich die Sektion wieder über den „Sachstand Afghanistan“ mit Schwerpunkt auf Übertragung der Verantwortung in afghanische Hände informieren. Hierzu berichtete Jörn Thiessen, Direktor bei der Führungsakademie der Bundeswehr, anschaulich über Entwicklung und Hintergründe. Dabei äußerte er „vorsichtigen Optimismus“. Ob der tatsächlich angebracht ist, wird erst die Zukunft zeigen.

 

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