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Nr. 02/2012
Periodischer Beitrag des
Landesbereichs VII
Sektion Strausberg/Königs Wusterhausen
Sektionsleiter: Wolfgang Krieger
Als wir 2009 die bis dahin ruhende GfW-Sektion Strausberg
reaktiviert haben waren wir uns nicht ganz klar darüber, welche
Aufgaben auf uns zukommen werden. Inzwischen sind 3 Jahre ins Land
gegangen und wir können auf ein erfolgreiches Wirken der Strausberger
Sektion zurückblicken, mit all seinen Erfolgen und Rückschlägen.
Unsere Sektion hat sich im Stadtgebiet und im Umland von Strausberg
etabliert und ist zu einem wirksamen Faktor bei der Vermittlung
sicherheitspolitischer Themen herangewachsen.
Bei der Organisation unserer ehrenamtlichen, sicherheitspolitischen
Öffentlichkeitsarbeit haben wir uns bei der Auswahl unserer Themen-
und Referenten von der Komplexität und Geschwindigkeit der
sicherheitspolitischen Entwicklung leiten lassen und haben dabei aber
auch unsere eigene historische Geschichte der NVA nicht außer acht
gelassen. Das Spektrum unserer Veranstaltungen reicht von Buchlesungen
ehemaliger Soldaten, über Truppenbesuche bei der Bundeswehr sowie
Besuchen von Ministerien, Objekten der Bundesregierung und
verschiedenen Botschaften in der Bundeshauptstadt mit Vorträgen von
Militärattachés zur Militärpolitik ihrer Länder.

Besuch
beim Einsatzführungskommando Quelle: EinsFüKdo
Die Teilnehmerzahlen an
unseren Veranstaltungen haben sich von 2009 bis heute mehr als
verdoppelt. Dennoch muss es unser Ziel bleiben, noch mehr Menschen zu
erreichen, insbesondere durch eine höhere Qualität und Aktualität.
Wenn wir das erreichen, ist der Nutzen offensichtlich: Das Ansehen und
der Bekanntheitsgrad der GfW wächst und die Teilnehmer werden zu
Multiplikatoren für unsere nächsten Vortragsveranstaltungen.
Mit einer guten Mischung
von Vortragsveranstaltungen, Truppenbesuchen und bei anderen
sicherheitspolitischen Institutionen wird in besonderer Weise das
Interesse neuer Teilnehmer geweckt. Die Teilnehmer hören ausgewählte
sicherheitspolitische Vorträge und lernen zudem Funktion, Arbeitsweise
und Objekt des jeweiligen Gastgebers kennen. Hinzu kommen die
Atmosphäre des Ortes und das Bekanntmachen mit der Architektur. Das
Einsparen von Mitteln ist ein weiterer, kaum zu unterschätzender
Nebeneffekt. All das haben wir in unseren Veranstaltungen erfolgreich
umgesetzt.

Besuch
im Bundespräsidialamt Quelle: GfW-Strausberg
Von Anfang an haben wir bei unserer Sektionsarbeit auf gute
Kooperationsbeziehungen mit der Kameradschaft Ehemaligen Strausberg
des Deutschen Bundeswehrverbandes gesetzt. Wir arbeiten gemeinsam, wo
immer es sich anbietet. Grundlage bildet dabei die „Zielvereinbarung
und Zusammenwirken zwischen dem Deutschen Bundeswehr-Verband e.V. und
der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik e.V.“ vom
06.05.2009. Weiterhin besteht eine sehr gute Kooperationsbeziehung mit
der GfW-Sektion Berlin.
Bei all dieser effektiven Zusammenarbeit muss man immer
davon ausgehen, dass Kooperation keine Einbahnstraße ist. So nutzen
wir hochkarätige Vortragsveranstaltung der Berliner Sektion als
Angebot für unsere Mitglieder und laden Mitglieder der Berliner
Sektion zu unseren Maßnahmen ein und organisieren ebenso gemeinsame
Veranstaltungen.
Neben den Erfolgen gibt es aber auch Rückschläge, die man
als Sektionsleiter mit einer aktiven NVA-Vergangenheit verkraften
muss. Oft sind es Gratwanderungen zwischen der Darstellung,
Beurteilung und Bewertung der sicherheitspolitischen Lage. Dabei
spielen Faktoren, wie die ausgeprägte Ablehnung von Auslandseinsätzen
der Bundeswehr bei der Bevölkerung in den neuen Bundesländern ebenso
eine Rolle, wie die Nichtanerkennung der ehemaligen Soldaten der NVA
als Deutsche Soldaten. Es bleibt der Eindruck, dass der Kalte Krieg in
den Köpfen einiger noch nicht beendet ist. Das sollte aber nach 20
Jahren Deutscher Einheit nun endlich Geschichte sein.
Wolfgang Krieger
Sektion Magdeburg
Sektionsleiter: Joachim-Friedrich von Witten
Im Oktober 2009 endete für die Sektion in Sachsen-Anhalts
Landeshauptstadt Magdeburg eine mehrjährige Phase der Inaktivität. Die
Auftaktveranstaltung fand am 21.10.2009 im prächtigen repräsentativen
Gartensaal des Gesellschaftshauses der Landeshauptstadt Magdeburg
statt. Der damalige Stellvertretende Generalinspekteur der Bundeswehr,
Herr Generalleutnant Dora, hielt dabei einen Vortrag mit dem Thema
“Die Anforderungen an die Bundeswehr im Hinblick auf die gegenwärtigen
komplexen Einsatzszenarien“. Diesem Vortrag folgten rund 90 Gäste,
darunter hochrangige Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und
Gesellschaft. Nach dem Vortrag und einer angeregten Diskussion klang
der Abend mit einem Festempfang aus, bei dem freiwillige Helfer des
Johanniterordens für das leibliche Wohl sorgten.
Nach der ersten Mitgliederversammlung mit Wahl des
Sektionsleiters begab man sich auf die Suche nach einem geeigneten
Veranstaltungsort und wurde schließlich im Ministerium für Gesundheit
und Soziales des Landes Sachsen – Anhalt fündig. Die erste
Veranstaltung dort im März 2010 stand unter dem Motto „Zwischen Koran,
Quat und Kalaschnikov; Die Arbeit einer deutschen Beratergruppe der
Bundeswehr im Jemen“. Oberstleutnant Kuke, langjähriger Leiter eines
kleinen Beraterstabs der Bundeswehr im Jemen, berichtete einem höchst
interessierten Publikum über die weithin unbekannten Tätigkeiten die
Bundeswehr in diesem Teil der Welt, die überwiegend auf die Errichtung
von Krankenhäusern und andere soziale Aufgaben gerichtet waren.
Mittlerweile konnten auch einige neue Mitglieder gewonnen
werden, die sich monatlich im Magdeburger Ratskeller zu einem
Stammtisch treffen. Als interne Veranstaltung für Mitglieder und
Interessenten wurde im April 2010 eine Besichtigung der
Clausewitz-Erinnerungsstätte in Burg bei Magdeburg realisiert. Der
Leiter führte unsere Mitglieder mit großer persönlicher Hingabe durch
die Ausstellung im ehemaligen Geburtshaus von Clausewitz. Nach einem
Vortrag endete der Abend in einer harmonischen Diskussionsrunde.

Diskussionsrunde in der
Clausewitz-Erinnerungsstätte in Burg Quelle: von Witten
Eine weitere Mitgliederfahrt fand im Juni 2010 statt. Ziel
dieser Besichtigungsreise war das Airbus-Werk in Bremen. Neben der
dortigen Fertigung von verschiedenen Flugzeugtypenteilen konzentriert
sich Dieses Werk vornehmlich auf die Produktion des neuen
Militärtransportflugzeuges A400M. Die Firma Airbus-Werke leitete die
Besichtigung mit einem hochinteressanten Vortrag ein. Anschließend
wurden die Teilnehmer durch mehrere Produktionshallen geführt.

Besichtigung des Airbus-Werks in
Bremen Quelle: von Witten
Im Herbst 2010 wurde die Öffentlichkeitsarbeit mit einem
brandaktuellen Vortrag zum Thema "Gedanken zur Zukunft der Bundeswehr"
wieder aufgenommen. Vortragender war Oberst Ulrich Kirsch,
Bundesvorsitzender des Deutschen Bundeswehrverbandes. In Anwesenheit
der Presse informierte Oberst Kirsch ei interessiertes Publikum über
die damaligen Zukunftspläne hinsichtlich des Ruhens der Wehrpflicht
und erläuterte hierzu die Position seines Verbandes, ergänzt durch
seine eigenen Gedanken. In der nachfolgenden Diskussionsrunde wollten
die Fragen aus dem Publikum an ihn kaum ein Ende nehmen, so dass sich
auch im Anschluss in geselliger Runde weitere angeregte Gespräche mit
dem Bundeswehrverbandsvorsitzenden entwickelten.
In einer weiteren Vortragsveranstaltung im Mai 2011 wurde
den Zuhörern vor Augen geführt, wie viele unterschiedlichen Gesichter
Sicherheitspolitik zu bieten hat, als Sachsen-Anhalts Minister für
Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Hermann Onko Aeikens, sowie Professor
Dr. habil. Reinhard Szibor, bis Ende 2010 Leiter der Abteilung
Forensische Genetik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und
kommissarischer Direktor des Institutes für Rechtsmedizin, als
Spezialist in der Genforschung zu einem zum Thema " „Grüne Gentechnik
– Schlüsseltechnologie zur Hungerbewältigung und Friedensförderung“
referierten. Anschaulich wurden die Möglichkeiten der Gentechnik in
der Landwirtschaft und vor allem deren Einsatz in Gebieten mit immer
mehr Dürre und gegenteilig immer mehr Nässe dargelegt. Schwerpunkt
waren hier auch die Auswirkungen von Hungerkatastrophen auf die
Sicherheitspolitik in der ganzen Welt und die mögliche Einflussnahme
der Gentechnik hierauf. Aufgrund der regen Auseinandersetzungen in der
Öffentlichkeit über den Einsatz von Gentechnik entwickelte sich eine
hochinteressante und zum Teil heftige Diskussion. In der örtlichen
Presse wurden zu diesem Thema noch wochenlang Leserbriefe
veröffentlicht.
Ein weiteres Beispiel für die in Magdeburg angebotene
sicherheitspolitische Vielfalt bot im Oktober 2011 der Vortrag von
Militärpfarrer Andreas Kölling über die "Arbeit eines Militärpfarrers
vor, während und nach einem Auslandseinsatz". Auch dies vor dem
Hintergrund der gestiegenen Anzahl von in Auslandseinsätzen
verwundeten und gefallenen Soldaten ein Thema, welches immer mehr in
den Blick der Öffentlichkeit rückt.
Für das Jahr 2012 sind weitere interessante Veranstaltung
geplant. Unter anderem wird ein in Afghanistan schwerst verwunderter
Soldat über seine Erlebnisse berichten. Anlässlich des 300.
Geburtstags von Friedrich dem Großen werden wir diesem historischen
Ereignis eine Vortragsveranstaltung widmen. In zeitlicher Nähe zum 20.
Juli planen wir außerdem einen Vortragsabend mit Wilfried von
Tresckow, dem Enkel des gebürtigen Magdeburger Widerstandskämpfers
Henning von Tresckow, der in einem Vortrag über seinen Großvater auch
die neuesten Forschungserkenntnisse einfließen lassen wird. Weitere
sektionsinterne Veranstaltungen werden das Veranstaltungsangebot
abrunden.
Joachim-Friedrich von Witten
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