LB IV - Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland

Das Veranstaltungsprogramm im Landesbereich IV konnte in den letzen Monaten dank der intensiven Mitarbeit der Sektionen deutlich erweitert werden. Im Hinblick auf eine leicht erhöhte Mittelzuweisung ist davon auszugehen, dass diese Tendenz weiter anhält.

Anlässlich der Landesbereichsversammlung im Oktober 2005 wurde beschlossen, dass sich einige der älteren und mitgliederstärkeren Sektionen in einem Beitrag in der „Europäischen Sicherheit“ vorstellen. Nach dem im Heft Februar 2006 die Sektion Fritzlar zu Wort kam, ist nun die Sektion Saar an der Reihe, die Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler folgt.

Beitrag Sektion Saar für die „Europäische Sicherheit“ Freitag, 02. Juni 2006

Die Sektion „Saar“ in der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik (GfW) deckt seit dem Zusammenschluss der bis dato beiden Sektionen im Saarland, Saar und Merzig-Saar, im Jahre 1994 das gesamte Saarland ab.

Mit dem Beschluss beider Sektionen zur Auflösung und zur gemeinsamen Gründung einer Sektion für das Saarland endete auch die Amtszeit der damaligen Sektionsleiter, Herr Heinz Specht und Herr Oberstleutnant a.D. Götz Beyer. Ihnen folgte am 15.12.1994 als erster Sektionsleiter der neu gegründeten Sektion Saar Herr Brigadegeneral a. D. Fritz Eckert.

Nach fast 10 jähriger engagierter und erfolgreicher Leitung der Sektion verstarb Brigadegeneral a.D. Eckert für alle völlig überraschend nach kurzer schwerer Krankheit am 01. Juli 2004 im Alter von 68 Jahren. Er wurde mit militärischen Ehren unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in seinem Wohnort Rehlingen-Siersburg zur letzten Ruhe geleitet.

Dieser Einschnitt war auch für die Sektion Saar ein sehr schmerzlich empfundener und traf alle völlig unvorbereitet. Nicht nur wegen seiner prägenden Gestaltung des Sektionslebens in den letzten 10 Jahren, sondern insbesondere auch wegen seiner menschlichen Größe und seines wohltuenden gesellschaftlichen Umgangs wird er den Sektionsmitgliedern und Freunden in stetem Andenken bleiben.

Doch das Wirken Brigadegeneral a.D. Eckerts war auch Verpflichtung. Nun galt es kurzfristig auch in seinem Sinne wieder eine funktionierende Sektionsleitung einzusetzen.

Im Oktober 2004 wurde Oberst a. D. Klaus Zeisig aus Nonnweiler, der auch zwischenzeitlich auf Bitten des Landesvorsitzenden kommissarisch die organisatorische Verantwortung übernommen hatte, zum neuen Sektionsleiter gewählt. Als stellvertretender Sektionsleiter wurde Oberstleutnant a. D. Hans-Eduard Fentsch aus Saarlouis gewählt. Des weiteren gehören aktiv der Sektionsleitung an für den Bereich Pressearbeit ein langjähriges Mitglied der Sektion, der freie Journalist Gerhard Malburg aus Neuhütten und für den Bereich technische Organisation Stabsfeldwebel a.D. Wolfgang Leiser aus Saarlouis.

Für die neue Sektionsleitung war und ist es eine selbstverständliche Bindung, die Arbeit der Sektion im Sinne des verstorbenen General Eckert fortzuführen.

Der Sektion gehören derzeit 109 Mitglieder an.

Die Sektionsarbeit hat sich unter der neuen Leitung im wesentlichen auf Vortragsveranstaltungen konzentriert. Dabei ist ein ständiger Spagat zwischen den begrenzt zur Verfügung gestellten Betriebsmitteln durch die Bundesgeschäftsstelle und den steigenden Kosten für Vortragsveranstaltungen zu vollbringen. Hieran muss sich auch die Häufigkeit von Veranstaltungen und die Auswahl von Referenten ausrichten.

Vor dem Hintergrund der auch weiterhin begrenzten finanziellen Ausstattung ist die Zusammenarbeit mit den aktiven Verbänden der Bundeswehr und dem Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr für die Sektion Saar eine schon fast unerlässliche Notwendigkeit. Dankbar wird die aktive Unterstützung der Sektionsarbeit seitens des Standortes Saarlouis durch die Bereitstellung eines Vortragsraumes im Standortoffizierheim angenommen.

Auch schon vor der durch das Präsidium der Gesellschaft für Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik und den Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr (VdRBw) geschlossenen „Zielvereinbarung zum Zusammenwirken“ war die intensive Zusammenarbeit zwischen der GfW-Sektion Saar und dem VdRBw-Landesgruppe Saarland eine von gemeinsamer Zielsetzung und Verantwortung getragene Selbstverständlichkeit. Die dabei erzielten Synergie-Effekte machten und machen eine intensive Sektionsarbeit trotz gekürzter Betriebsmittel überhaupt erst möglich.

Ergänzt wird diese schon routinemäßige Zusammenarbeit durch fallweise Kooperation mit der Deutschen Atlantischen Gesellschaft - Arbeitskreis Saarland-Westpfalz. Auf diese Weise können auch Referenten mit größerer Öffentlichkeitswirksamkeit für übergreifende Themen gewonnen werden.

Die Themenbereiche der Sektionsarbeit orientieren sich an der satzungsgemäßen Ausrichtung der GfW in der Förderung der Bildung auf dem Gebiet der Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Dabei wird auch im besonderen Maße dem Umstand Rechnung getragen, dass moderne Sicherheitspolitik in einer zusammenwachsenden Welt und in einem komplexer gewordenen Umfeld längst die Grenzen klassischer Verteidigungspolitik überschritten hat und selbst als sehr komplexes Instrument des Staates in der Sicherheitsvorsorge für seine Bürger verstanden werden muss. Infolge der asymmetrischen Bedrohung durch den internationalen, derzeit vorwiegend religiös-kulturell begründeten Terrorismus verschwimmen zudem die Grenzen zwischen äußerer und innerer Sicherheit. Diese Zusammenhänge aufzuzeigen, für eine nationale, komplexe Sicherheitsvorsorge im internationalen Verbund Verständnis zu wecken und sachliche Hintergrundinformationen zur eigenen Meinungsbildung oder deren Abrundung zu liefern, sind die wesentlichen Orientierungspunkte für die Themenauswahl in der Sektion.

So befasste sich eine noch nicht abgeschlossene Vortragsreihe mit der Definition von Sicherheitspolitik in einem geänderten Umfeld, der Analyse möglicher Risiken oder gar Bedrohungen und den daraus abzuleitenden Konsequenzen für die Außen- und Sicherheitspolitik auf nationaler Ebene, im Rahmen der Europäischen Union und für die internationale Krisenprävention und –bewältigung im Rahmen der Vereinten Nationen.

Hierbei wurde deutlich, dass sich nach der Auflösung des Ost-West-Gegensatzes und der Wiedervereinigung Deutschlands auch und gerade für die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland signifikante Konsequenzen für das real jetzt wahrzunehmende Aufgabenspektrum und die darauf auszurichtenden Streitkräftestrukturen und deren Ausrüstung ergeben. Als Synonym dafür gilt die Transformation der Bundeswehr, die im Mittelpunkt mehrerer Vorträge stand. Herauszuheben ist hier der auch von einer breiteren Öffentlichkeit beachtete Vortrag des Generalinspekteurs der Bundeswehr, General Wolfgang Schneiderhan, aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Bundeswehr am 05. Oktober 2005 in Saarbrücken.

Natürlich stand insbesondere nach dem 11. September 2001 auch der internationale Terrorismus und die Einbeziehung Deutschlands als logistische Basis und mögliches Aktionsgebiet im Blickpunkt der Sektionsarbeit.

Die europäischen Aspekte der Sicherheitspolitik wurden mit den Fragen der notwendigen zivilen und militärischen Ressourcen der EU zur Krisenprävention und Krisenbewältigung beleuchtet.

Abgerundet wurde die sicherheitspolitische Informationsarbeit durch die Befassung mit der Reform der Vereinten Nationen und dem angestrebten Sitz Deutschlands im Sicherheitsrat sowie dem transatlantischen Verhältnis nach den US-Präsidentschaftswahlen 2004 und dem außenpolitischen Potential der Volksrepublik China.

Schließlich beleuchteten die Fragen nach der Europäischen Identität und den Grenzen Europas (MdB Doris Pack), der mögliche Beitritt der Türkei zur Europäischen Union und „Das besondere Verhältnis“ der Deutschen und der Polen den europäischen Einigungsprozess.

Besondere Höhepunkte im 1. Halbjahr 2006 waren die Vorträge

• „Afghanistan im Frühjahr 2006“ durch Oberstarzt a.D. Dr. Reinhard Erös, der in bewegender und mitreißender Weise den inneren Zustand des Landes nach dem Anti-Terrorkrieg analysierte sowie über die von ihm gegründete „Kinderhilfe Afghanistan“ (www.kinderhilfe-afghanistan.de) berichtete,

• „Die Europäische Sicherheits- und Verteidigungspolitik“ durch den ehemaligen Präsidenten der EU-Kommission Jacques Santer und

• „“Die äußere Sicherheit Deutschlands in einer unruhigen und gefährlichen Welt“ durch den ehemaligen Inspekteur des deutschen Heeres, Generalleutnant a.D. Gert Gudera.

Nach dem Vortrag über die Chancen, Grenzen und Risiken der aktuellen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (von links): Oberstleutnant d. Res. Horst Feld (Vorsitzender Landesgruppe Saarland im VdRBw), Dr. Horst Dörrenbächer (Leiter Arbeitskreis Saarland/Westpfalz Deutsche Atlantische Gesellschaft), der Referent Generalleutnant a. D. Gert Gudera (ehem. Inspekteur des Heeres) und Oberst a.D. Klaus Zeisig (Sektionsleiter GfW-Saar)

 

Richard Bulheller, Brigadegeneral a.D.

Landesvorsitzender IV

In redaktioneller Verantwortung

 

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