Beitrag Landesbereich III (Nordrhein-Westfalen)

„Den Frauen gehört die Zukunft!“. Diese Botschaft ist nicht nur in der Politik angekommen, sondern hat auch ihre wissenschaftliche Bestätigung in der 15. Shell-Jugendstudie vom September 2006 erhalten. Klaus Hurrelmann und seine Kollegen haben darin Einstellungen und Lebenswelten der jungen Generation untersucht. Ein Ergebnis: Frauen haben beste Voraussetzungen, die neue Leistungselite zu stellen. Nicht wenige Experten behaupten, dass Frauen komplexe Sachverhalte auch in sicherheitspolitischen Fragestellungen effizienter zu lösen vermögen, vorausgesetzt, man(n) bindet sie in den sicherheitspolitischen Diskurs und in die Entscheidungsfindungsprozesse mit ein. Vor dem Hintergrund, dass derzeit 13.000 Frauen in der Bundeswehr Dienst an der Waffe leisten (ca. 5 % der Soldaten) und das Gleichberechtigungsgesetz im Juni 50jähriges Jubiläum hatte (das Verhältnis von Anspruch und Wirklichkeit soll hier nicht untersucht werden), sind wohl Gedanken zur Bedeutung von Frauen in unserer GfW erlaubt. Wie halten wir es denn mit weiblichen Mitgliedern? Wie können wir sie verstärkt zur Mitarbeit gewinnen?

Es wäre schon eine Untersuchung wert, wie viel Frauen zu unserer Gesellschaft gehören, wie viel davon eine Sektion führen oder zumindest in den Vorständen der Sektionen tätig sind und welche spezifischen Themen sie besonders interessieren. Um dies für die Sektion Minden gleich zu beantworten: Wir haben 63 weibliche Mitglieder, das sind ca. 18% der Sektionsstärke und eine Frau im Vorstand als Schatzmeisterin. Allerdings gebe ich zu, dass sie sich bei Diskussionen und Themenauswahl eher zurückhalten, obgleich es gerade in unseren Feldern der Sicherheitspolitik keine typisch männlichen Themen (was immer das heißt) gibt. Offenkundig reagiert die Mehrzahl unserer Mitglieder aufgrund von Lebensalter, Lebenserfahrung und Sozialisation auf Frauen in Führungsfunktionen und bei Diskussionen noch immer verhalten und lässt es an Ermutigung zur Beteiligung und gleichberechtigter Mitarbeit mangeln.

Ich freue mich deshalb ganz besonders, dass diese Erfahrung nach dem Tenor „Männer entscheiden, Frauen kommen auch vor“ nun in der Sektion Köln erstmalig im Landesbereich durchbrochen wird:

 

Sektion Köln

Sektionsleiterin (kom): Dr. Askim Müller-Bozkurt

Während meiner Tätigkeit als „Interkulturelle Beraterin bei der Bundeswehr“ (ZNBw) bin ich aufgrund meiner – auch privaten – Affinität sicherheitspolitischen Themen gegenüber zur GfW gekommen. Zuvor hatte ich viele interessante Vorträge im Rahmen wehr- und sicherheitspolitischer Abende in der Gesellschaft erleben dürfen und Kontakte mit GfW-Mitgliedern knüpfen können. Die Themen und letztendlich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben mich veranlasst, der GfW beizutreten.

Ich lernte die GfW keinesfalls als eine „biedere oder gar verstaubte“, vielmehr als eine wissbegierige, offene und sehr diskutierfreudige Gemeinschaft kennen. Die Themenpalette war auch wie der Teilnehmerkreis breit gefächert: Von A wie Außenpolitik Amerikas, über B wie die Bevölkerungsentwicklung Deutschlands, I wie Integration von Ausländern, K wie Korruption und Rechtsstaat, M wie Migration und EU-Politik bis hin zu Themen wie T, Terrorismus und islamischer Fundamentalismus.

Leider musste ich bei meinen Besuchen als Teilnehmerin sicherheitspolitischer Veranstaltungen allerdings zu oft feststellen, dass die Generation, die ich vertrete, eine erhebliche Unterzahl bildete.

Kurzum: Ich war meist die einzige jüngere Frau, dazu noch mit Migrationshintergrund.

Hierzu stelle ich fest: Die GfW braucht junge Männer und Frauen, die mit den „jungen Alten“ gemeinsam sicherheitspolitische Netzwerke knüpfen und neue Themenoffensiven starten. Wenn von geschlechterübergreifender Zusammenarbeit gesprochen wird, zitiere ich dabei immer gerne das islamische Sprichwort: „Ohne die Hefe der Frau geht der Teig der Geschichte nicht auf!“

Dabei braucht auch und gerade die GfW mehr Frauen, um ihr gesellschaftliches Engagement zu neuen Ufern tragen und bei der Information unserer Bürger zu schwierigen sicherheitspolitischen Fragestellungen mitwirken zu können.

Hierzu möchte ich als neue derzeit noch kommissarische Sektionsleiterin von Köln in Zusammenarbeit mit Herrn Jürgen Wedelstaedt meinen Beitrag leisten.

Nach einer gelungenen Auftaktveranstaltung im Juli geht es nach der Sommerpause mit zahlreichen Veranstaltungsangeboten weiter, die die Leserin/der Leser unter gfw-koeln@gmx.de erfragen kann.

(Dr. Askim Müller-Bozkurt)

 

Sektion Rhein-Erftkreis und Kreis Euskirchen

Sektionsleiter: Oberstleutnant a.D. Burkhard Popien

 

Die Sektion Rhein-Erft-Kreis und Kreis Euskirchen wurde im September 2006 10 Jahre alt. Der Geburtstag war Anlaß, im Rahmen der Jahresabschlußfeier im Dezember des vergangenen Jahres auf diese 10 Jahre zurückzublicken.

Die Umstände der Gründung eignen sich fast als Lehrbeispiel „Wie entsteht eine Sektion der GfW“:

Bei einer privaten Feier in Wuppertal erfuhr Herr Kurt F.A. Meyer von einem hervorragenden militärhistorischen Vortrag. Aus einer preußisch geprägten Offizierfamilie stammend und als Kriegsteilnehmer war er sofort interessiert und erkundigte sich nach dem Vortragenden. So kam er in Verbindung zu Herrn Ekkehard Tautz, Leiter der Sektion Wuppertal. Dieser beeindruckte Meyer nicht nur mit seinem Fachwissen, sondern weckte in ihm auch das Interesse an der GfW. Nach einem Informationsbesuch bei der Bundesgeschäftsstelle in Bonn schritt Meyer zur Tat und lud im September 1996 zur Gründungsveranstaltung ein. Der damalige Landesvorsitzende Dr. Dermot Bradley setzte Meyer zunächst kommissarisch als Sektionsleiter ein. Es schloss sich ein Vortrag von Dr. Bradley mit dem Thema „Legenden und Fälschungen der neueren deutschen Militärgeschichte“ an – ein Thema das reichlich Stoff für kontroverse Diskussion bot, bei der besonders Herr Bernhard Busse für die Meinungsvielfalt wertvolle Akzente setzte. Das Angebot, sein Engagement als stellvertretender Sektionsleiter einzubringen, nahm Busse an. Zuvor hatte Herr Fritz Sengenberger sich schon als Geschäftsführer zur Verfügung gestellt. Herr Hans-Joachim Albrecht wurde Anfang 1997 als Schatzmeister gewonnen. Damit verfügte die junge Sektion über einen vierköpfigen Vorstand, der bei der ersten Jahreshauptversammlung im Mai 1997 bestätigt wurde. Die Mitgliederzahl war inzwischen auf gut 100 Personen angewachsen. Zugänge und Abgänge hielten sich in der Zukunft weitgehend die Waage, so dass diese Anzahl auch heute noch Bestand hat.

Im Jahre 2000 stellte sich der Sektionsgründer Kurt F.A. Meyer mit nunmehr 79 Jahren aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht mehr zur Wiederwahl. Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter OTL a.D. Bernhard Busse. Dieser führte die Sektion gemeinsam mit Geschäftsführer Sengenberger und Schatzmeister Albrecht bis 2006. Dann zog auch er sich aus Altersgründen zurück und übergab die Leitung der Sektion nach dessen Wahl an OTL a.D. Burkhard Popien.

In den 10 Jahren ihres Bestehens organisierte der Sektionsvorstand hochkarätige Vortragsveran- staltungen und Bildungsreisen. Aus der Vielzahl der ca. 125 Veranstaltungen sind besonders erwähnenswert die Reisen zum Europaparlament nach Brüssel und Straßburg und die Ausstellung „Deutsche jüdische Soldaten“, die von einem Vortrag des damaligen Präsidenten des Zentralrates der Juden, Herrn Paul Spiegel, begleitet wurde.

Diesen Weg setzt die junge Sektion mit durchschnittlich einer Veranstaltung pro Monat fort. Teilnehmerzahlen und Reaktionen von Mitgliedern und Gästen zeigen, daß wir auf dem richtigen Weg sind.

 Foto (Kölnische Rundschau/Burggraf)

(Es zeigt v.l. Sektionsgründer Kurt F.A. Meyer, LV Klaus Suchland, Geschäftsführer Fritz Sengenberger, mit 81 Jahren das „Urgestein der Sektion“, und SL Burkhard Popien)

 

Sektion Minden

Sektionsleiter: Oberst a.D. Klaus Suchland

Veranstaltungsreihen zu einer Fragestellung haben sich bewährt, geben sie doch die Gelegenheit, ein aktuelles Thema durch unterschiedliche Referenten aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Konkret: Die Sektion hat sich u.a. mit der Frage nach der globalen Ressourcen – und damit Energiesicherheit in vier Veranstaltungen befasst: Oberst i.G. Roland Kaestner FüAkBw widmete sich dem Verhältnis von Energie und Sicherheit, Nino Galetti KAS Berlin beschrieb die damit verbundenen Herausforderungen und Handlungsempfehlungen für die Politik, Reinhard Bütikofer Bündnis 90/Die Grünen stellte Alternativen zur herkömmlichen Energieversorgung vor und in nächster Zeit wird der Leiter Öffentlichkeitsarbeit der E.ON Weser Wirtschaft und Energie betrachten. Diese kleine Reihe hat rege Resonanz auch in der Presse hervorgerufen und uns bestärkt, ähnliches zu wiederholen.

Was können wir für diejenigen tun, die uns bei der Sektionsarbeit im Hintergrund mit all den notwendigen Handreichungen und Hilfeleistungen klaglos unterstützen ? Im Grunde nur, sie ins Rampenlicht zu holen und öffentlich zu danken.

Dies ist für Herrn Ulrich Wilke Sektion Minden am 25. April 2007 bei der Bundesversammlung geschehen, bei der ihm unsere Präsidentin die Ehrenmedaille verlieh. Anerkennung und Dank, symbolisch durch die Plakette dokumentiert, für unermüdliche Zuarbeit, für zurückhaltende und bescheidene gleichwohl konsequente, erfolgreiche und zielorientierte Hilfestellung.

(Ulrich Wilke, SF Sektion Minden)

Wir alle sind gehalten, uns in unseren Vereinigungen umzusehen, um gerade in Phasen, wo es an Nachfolgern für ehrenamtliche Tätigkeiten fehlt, mit solchen Auszeichnungen Zeichen zu setzen und damit zu ermutigen sich weiter zu engagieren.

 

In eigener redaktioneller Verantwortung

Klaus Suchland, Landesvorsitzender Nordrhein-Westfalen

 

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