Landesbereich VI – Bayern

Landesbereichsversammlungen gehören zu den regelmäßig wiederkehrenden Ereignissen und sind auch von Inhalt und Ablauf eigentlich immer gleichförmig.

Sie dienen der Koordination der Abläufe innerhalb eines Landesbereichs, der Verteilung der Betriebsmittel, dem Erfahrungsaustausch zwischen den Sektionsleitern, der Berichterstattung über die jeweilige Lage in den Sektionen und dem Gespräch, wie gemeinsam erkannte Probleme bewältigt werden können.

Eine besondere Landesbereichsversammlung haben die Sektionsleiter und ihr Landesvorsitzender, zeitweise zusammen mit unserer Präsidentin, in diesem Herbst erlebt, wo wir vom 19. bis 21. Oktober 2007 bei der Infanterieschule im unterfränkischen Hammelburg getagt haben.

Schon der Zeitansatz von zweieinhalb Tagen macht hellhörig und neugierig, was man in dieser langen Zeit wohl alles anstellen kann. Man kann!!

Die „Bayern“ nutzen die Gelegenheiten ihrer Versammlungen im Herbst regelmäßig zur Weiterbildung und Aktualisierung der Kenntnisse und des Wissens um und über die Bundeswehr und ihre aktuelle Lage. Deshalb bevorzugen wir nicht nur aus Kostengründen, die Versammlungen in Einrichtungen der Bundeswehr durchzuführen.

Die meisten Sektionsleiter genießen schon seit mehreren Jahren ihre verdiente Pension, nur weinige gehören noch zur „werktätigen“ Bevölkerung und nur einer von vierzehn ist noch aktiver Soldat. Der Prozess der Transformation und der ständigen Weiterentwicklung von Auftrag, Gliederung, Ausrüstung und Bewaffnung lassen einen schnell ins Hintertreffen geraten, wenn man seine Kenntnisse nicht à jour hält.

Die Infanterieschule in Hammelburg ist die zentrale Ausbildungsdrehscheibe für die Vorbereitung unserer Soldaten, bevor sie in den Auslandseinsatz gehen. Und hier wurde uns durch das VN-Ausbildungszentrum verdeutlicht, an was alles zu denken ist, um unsere Jungs fit zu machen in interkultureller Kompetenz, in Mine Awareness, für die Prozeduren der verschiedenen Einsatzarten – das Zauberwort heißt „Three Block War“ und beschreibt die Möglichkeiten, bei denen humanitäre Hilfe, friedenserhaltende Maßnahmen und friedenserzwingende Maßnahmen in einem sehr engen zeitlichen und räumlichen Zusammenhang durchgeführt und betrachtet werden müssen.

Dem alten Soldaten geht das Herz über, wenn man die heutigen Ausbildungsmethoden und -mittel betrachtet und beispielsweise die Schießausbildung mit dem Ausbildungsgerät Handwaffen und Panzerabwehrhandwaffen (AGSHP) erlebt. Wenn wir vor vierzig Jahren noch auf verschlammten Sisalmatten lagen und Balkenkreuzzielen etc. geübt haben, so kann der Soldat heute alle Tätigkeiten bis in die feinmotorisch kleinsten Einzelheiten an einem computergestützten Ausbildungsgerät üben, ohne dass ein einziger Schuss fällt. Und die Ausbildungsleistung des Ausbilders ist immer gleich gut, weil der Computer ein objektives Ergebnis darstellt und die Vergleichbarkeit von Leistungen alle psychomotorischen Lernbereiche umfassend protokolliert.

Das Übungsdorf BONNLAND ist eine wohl einmalig Ausbildungseinrichtung, um Häuserkampf, Kontrollpunktaufgaben und ähnliches in einer realistischen Umgebung zu üben. Die dafür geschaffene bzw. erhaltene und/oder wieder hergestellte Infrastruktur eines tatsächlich alten Dorfes mit allen Arten von Gebäuden, Kellern, Gewölben, Dachformationen, Wirtschaftsräumen und Ställen sind eine Sehenswürdigkeit für sich.

Die Aufgabenfülle der Infanterieschule auch im internationalen Rahmen ist überwältigend.

Die Eindrücke, die die Sektionsleiter aus Bayern bei diesem ausführlichen Besuch erhalten haben, versetzen sie in die Lage, bei den in unseren sicherheitspolitischen Veranstaltungen immer wieder aufkommenden Diskussionen über unsere Soldaten im Einsatz und ihre Vorbereitung darauf, aus eigener Anschauung zu berichten und zu argumentieren.

Wir sind alle nach Hause gefahren mit der Überzeugung, dass für unsere Soldaten alles menschenmögliche getan wird, um sie auf ihre Aufgaben vorzubereiten und ihnen die bestmögliche Ausrüstung zu stellen.

Auch die Kultur in geschichtsträchtigem Gelände sollte nicht zu kurz kommen. Besichtigung des Infanteriemuseums, Stadtführung, Empfang beim Bürgermeister und der Besuch in einem urigen Weinkeller mit Weinprobe und Brotzeit rundeten den Besuch ab.

Die Tage in Hammelburg an der Infanterieschule waren gut investiert und werden zur Nachahmung empfohlen.

 

Bilder aus Hammelburg

(Besuch im Museum der Deutschen Infanterie)

 

(Empfang beim Bürgermeister)

 

(Präsidentin am AGSHP)

 

Im Weiteren sollen heute wieder einmal zwei Sektionen zu Wort kommen.

 

Sektion WEIDEN

Die Sektion in Kooperation mit der Lehrgruppe C der Unteroffizierschule des Heeres

Im Juli 2004 übernahm Oberstleutnant Bernd J. Henn das Kommando über die Lehrgruppe C der Unteroffizierschule des Heeres und zeitgleich den Vorsitz der Sektion WEIDEN.

Die Verbindung dieser beiden Funktionen erleichtert und fördert die Zusammenarbeit zwischen der Sektion WEIDEN und der Bundeswehr vor Ort.

Die regelmäßig stattfindenden Abendvorträge und Weiterbildungen sind integraler Bestandteil des öffentlichen Lebens in der nördlichen OBERPFALZ, die von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, aber auch der öffentlichen Bildungseinrichtungen sehr gut besucht werden. Die sicherheitspolitischen Themen aus dem In- und Ausland zeigen die Bedeutung der Bundeswehr im Rahmen deutscher Außen – und Sicherheitspolitik immer aktuell auf und verdeutlichen dabei zudem den Wandel der Bundeswehr von einer Verteidigungsarmee hin zu einer Armee im Einsatz sehr eindrucksvoll. So referierten zivile und militärische Referenten, u. a. General a. D. von Kirchbach, Generalleutnant a.D. Gudera, Brigadegeneral Wolski, Dr. Denison, Dr. Then zu Themen der äußeren Sicherheit, zum Transformationsprozess der Bundeswehr, zu interkultureller Kompetenz, zum Anforderungsprofil an den militärischen Führer im weltweiten Einsatz der Bundeswehr u. v. m.!

Weiterhin trugen u. a. MdB Rupprecht, Dr. Gauck, MdB Vaatz zu aktuellen innenpolitischen Themen und Themen deutscher Zeitgeschichte wie z. B. „17 Jahre Wiedervereinigung – worin liegen noch heute im Jahr 2007 die Herausforderungen für uns alle?“ vor.

Dabei unterstützt die Sektion WEIDEN die Lehrgruppe C bei der Aus- und Weiterbildung des Stammpersonals der Lehrgruppe und des Feldwebelnachwuchses des deutschen Heeres, so dass die Abendvorträge bei regelmäßig mehr als 300 militärischen und zivilen Zuhörern sehr gut besucht sind.

Im Gegenzug ist die Sektion ein immer gern gesehener Gast in der Ostmark - Kaserne. Die Teilnahme der jungen Feldwebelanwärter an den Vorträgen steigert sowohl deren politisches Interesse als auch deren politische und soziale Kompetenz. Nach Abschluss Ihrer 20-wöchigen Feldwebelausbildung nehmen die Lehrgangsteilnehmer, die aus allen Bundesländern nach WEIDEN kommen, das Wissen der zusätzlichen persönlichkeitsbildenden Ausbildung mit in ihre zukünftigen Aufgaben als Führer, Ausbilder und Erzieher.

Seit 2006 hat sich dieser Kooperation auch der Verband der Reservisten der deutschen Bundeswehr - Kreisgruppe OBERPFALZ NORD – angeschlossen, der nun auch regelmäßig mit seinen Mitgliedern an diesen Abendvorträgen teilnimmt.

Im Anschluss an den Vortrag haben die Gäste dann traditionell, gleich ob militärisch oder zivil, immer die Gelegenheit in der ungezwungenen Atmosphäre des Casinos über den Vortrag zu reflektieren und weiter zu vertiefen.

(MdB Arnold Vaatz (CDU) bei seinem Vortrag am 25. Januar 2007 vor über 300

zivilen Gästen und Soldaten im Filmsaal der Weidener Ostmark-Kaserne)

 

Sektion Regensburg

„Eine Sektion im Aufwind“ oder „Eine Sektion mit neuem Schwung“

Als im Juli 2005 OTL a.D. Erik von Lueder die Sektion Regensburg an Oberst a.D. Hans-Jürgen Stumm übergab, konnte er eine überaus erfolgreiche Bilanz ziehen. In den 13 Jahren unter seiner Führung hatte er die Sektionsarbeit beispielhaft strukturiert, die Mitgliederzahl bei 60 – 70 stabilisiert und über 70 Veranstaltungen durchgeführt. Herausragendes Ereignis war die Festveranstaltung 2002 anlässlich des 50- jährigen Jubiläums der GfW mit dem Oberbürgermeister der Stadt Regensburg, Hans Schaidinger, als Festredner und zahlreichen prominenten Gästen.

Die Sektion Regensburg genießt auch gesellschaftspolitisch hohes Ansehen: Bundes- und Landtagsabgeordnete, die Bürgermeister und Stadträte der Stadt Regensburg, die Divisionskommandeure der DSO, Bürgermeister und Behördenleiter sind regelmäßig Gäste bei den Veranstaltungen der Sektion und auch das Presseecho in den regionalen Printmedien ist sehr erfreulich.

Ein gut bestelltes Feld also, das der neue Sektionsleiter nur mit neuen Ideen vorwärts bringen konnte.

Ein erstes „Highlight“ der Vortragsveranstaltungen mit über 120 Zuhörern war im März 2006 der Vortrag von Generalleutnant a.D. Gudera zur Äußeren Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und Transformation der Bundeswehr.

Auf großes Interesse bei den Mitgliedern stieß eine erstmals seit Jahren angebotene Informationsfahrt zur WTD 81 „Informationstechnologie und Elektronik“ in GREDING, die überaus interessante Einblicke in die Simulationstechnik und die Analyse und Bewertung von einzelnen elektronischen Sensoren bis hin zu komplexen Waffensystemen bot.

Als besonders nützlich und fruchtbar erwies sich die enge Zusammenarbeit mit dem Stab der „Division Spezielle Operationen“. Für den Themenbereich „Auslandseinsätze der Bundeswehr“ und speziell die Besonderheiten dieser Division „Kampf gegen irreguläre Kräfte“ und „Rettung und Befreiung deutscher Staatsbürger“ boten sich zahlreiche Themen und kompetente Referenten.

Auch die verstärkte Kooperation mit dem „Verband der Reservisten (VdRBw) – Bereich Oberpfalz- und dem „Blauen Bund - Kameradschaft Ost-Bayern“ hat die Sektion bereichert und neue Interessenten und Zuhörer gewinnen lassen.

Durch gezielte Ansprache der Gäste und Mitgliederbefragung konnte 2006 darüber hinaus die Mitgliederzahl der Sektion deutlich gesteigert werden.

So war es denn auch nicht verwunderlich, dass sich zu der diesjährigen Info-Fahrt zum Luftwaffeninstandhaltungsregiment 1 in ERDING über 40 Teilnehmer einfanden. Das Regiment konnte eindrucksvoll seine exzellenten Fähigkeiten bei der Systeminstandsetzung des Waffensystems „Tornado“ darstellen, die keinen Vergleich mit der Industrie zu scheuen brauchen. Aber auch dort wurde wiederum deutlich, dass sich die Bundeswehr zu einer Armee im weltweiten Einsatz entwickelt hat.

So wird denn dieses Thema nicht zuletzt aufgrund der persönlichen Erfahrung und Betroffenheit der vorgesehenen Referenten aus den Reihen der DSO auch noch im Jahr 2008 das Interesse unserer Mitglieder und Gäste finden.

Hinsichtlich unserer Veranstaltungen lohnt sich immer der Blick ins Internet unter www.gfw-bayern.de, wo sich unser Web-Master, Joachim Noehl M.A., bemüht, die Vorhabensplanung nahezu tagesaktuell zu führen.

Hans-Rüdiger Roeske

Oberst a.D.

Landesvorsitzender Bayern

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