Sektion Berlin 

Die Sektion Berlin hat im Jahr 2006 ihren Weg zu einem Forum moderner Informationsvermittlung konsequent fortgesetzt und es dabei zunehmend verstanden, ihrer Hauptstadtfunktion gerecht zu werden.

Dabei hat sie ihre Öffentlichkeitsarbeit der veränderten Sicherheitslage, dem damit notwendig gewordenen umfassenden Ansatz der Sicherheitspolitik und dem Zwang zur Transformation des gesamtstaatlichen Sicherheitssystems weitgehend angepasst und sicherer aus den breiter gefächerten sicherheitspolitischen Themenfeldern jene Kernbereiche herausgefiltert, die einerseits wesentliche Entwicklungslinien und aktuelle Problemstellungen erfassen und andererseits von denen, die sie vermittelt bekommen, auch gut angenommen werden.

Die Sektion zeigt sich dabei ihrer Aufgabe und der damit verbundenen Verantwortung im Wesentlichen gewachsen und ist, was den Zweck der GfW, sicherheitspolitische, ehrenamtliche Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, betrifft, in Berlin zu einer Größe geworden, die nahezu alle mit Sicherheitspolitik beschäftigten eingetragenen Vereine übertrifft und auch mit nicht wenigen der sicherheitspolitisch engagierten Organisationen, die für ihre Öffentlichkeitsarbeit über fest angestelltes Personal, mehr Geld und eigene Veranstaltungsräume verfügen, Schritt halten kann.

Sie ist deswegen auch für nicht wenige ehrenamtlich arbeitende und professionelle „Konkurrenten“ ein attraktiver Kooperationspartner geworden.

Leistungsvermögen der Sektion Berlin

Die Sektion leistet ihre sicherheitspolitische Öffentlichkeitsarbeit in Berlin und mit Ausstrahlung auf dessen Umland mit geringstem Personalaufwand und gemessen an dem, was gleichwertige sicherheitspolitische Veranstaltungen in einer Großstadt kosten, zugleich mit einem nahezu nicht mehr zu unterbietenden Finanzmittelaufwand (1,27 EURO Eigenkosten pro Teilnehmer an den Veranstaltungen im 1. Halbjahr 2006).

Am Jahresende wird die Sektion Berlin 23 Veranstaltungen mit sechs Einweisungen in die Arbeit von Verfassungsorganen und 36 sicherheitspolitischen Vorträgen durchgeführt haben. Die Vorträge unterteilten sich thematisch in vier zum Wandel von Sicherheitspolitik, Strategie und Streitkräften, zu je acht zur Europäischen Union, zur Inneren und Äußeren Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und zur Deutschen Bundeswehr, zu je drei zu aktuellen diplomatischen Aktivitäten und Entwicklungen in außereuropäischen Räumen sowie zu je einer zur wehrtechnischen Industrie und zum militärischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus.

Die Einweisungen und Vorträge wurden durch zahlreiche Informationen der Sektion ergänzt. Dabei waren - das Internet nicht einbezogen - bereits im 1. Halbjahr 2006 5.014 Personen in die Informations- und Regiearbeit der Sektion Berlin einbezogen.

Themenschwerpunkte

Die Themenauswahl und -folge unserer Öffentlichkeitsarbeit im Jahr 2006 ist vom Wandel der Sicherheit und die sich daraus ergebenden Herausforderungen und Perspektiven europäischer und deutscher Sicherheitspolitik ausgegangen, hat sich mit der zukünftigen Strategie der europäischen und deutschen Sicherheitspolitik fortgesetzt und darin eine Betrachtung der Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland aus maritim-geographischer Sicht eingeschlossen. Als eine der Herausforderungen ist die iranische Nuklearkrise zu einem Zeitpunkt herausgegriffen worden, als diese noch abwendbar zu sein schien. Ein aktuelles Thema ergab sich auch aus der Interessenlage der EU, Deutschlands und Russlands in Bezug auf ihre Politik gegenüber den osteuropäischen Nicht-EU-Staaten. Die außereuropäischen Themen betrafen aktuelle Entwicklungen in Asien, Lateinamerika und Südafrika.

(Der Verteidigungsattaché Kapitän zur See Teuteberg bei seinem Vortrag am 4. Mai 2006 in der Botschaft der Republik Südafrika zum Thema «Südafrikas Volksverteidigungskräfte: Friedenssicherungsoperationen in Afrika»)

Mit der Bundeswehr haben wir uns bei drei Truppenbesuchen mit Leistungen und Problemen der Truppe vertraut gemacht sowie mit den Besuchen im Bundeskanzleramt und im Bundesministerium der Verteidigung wie auch bei anderen Veranstaltung mit Entscheidungsverfahren sowie mit dem Fortgang der Transformation der Bundeswehr und den deutschen Auslandseinsätzen beschäftigt.

Dabei hatten wir uns im 50. Jahr des Bestehens von Heer, Marine und Luftwaffe das Ziel gestellt, in dieser Reihenfolge deren Inspekteure als Referenten zu gewinnen, was uns auch gelungen ist. Von diesen drei Veranstaltungen war jede ein Höhepunkt. Gleiches gilt für die Veranstaltung mit dem Stellvertreter des Generalinspekteurs Bw, Generalleutnant Dora, zum Thema «Die Auslandseinsätze der deutschen Bundeswehr».

Fototermin vor der Veranstaltung am 26. September 2006 mit dem Inspekteur der Marine

(Von links nach rechts Dr. Wolf, Vizeadmiral Nolting, Staatssekretär Dr. Schneider, Oberst d.R. Maliers)

Mit den 14 Vorträgen und Informationen zu Bundeswehrthemen haben im Verlaufe des Jahres die Aktivitäten mit und in Bezug auf die Bundeswehr, die seit Übernahme der Sektion im Oktober 1996 erfolgten, die Hundert überschritten (mehr als 10 pro Jahr).

Aktuelle Fragen der Inneren Sicherheit bildeten in den vier Vorträgen im Bundesrat, BMI und im Paul-Löbe-Haus, in dem wir uns über die Arbeit und aktuellen Themen des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestags informieren ließen, einen der Schwerpunkte.

Die Informationsvermittlung über unsere NATO-Partner haben wir 2006 in der Britischen Botschaft mit den Streitkräften Großbritanniens fortgesetzt und dabei die Entscheidung zu ihrer zukünftigen Stationierung in der Bundesrepublik Deutschland zum Anlass genommen.

Einen der vielen Höhepunkte, über die im Heft 5, S.84, noch nicht berichtet worden ist, war das gemeinsam von den Berliner Verantwortlichen von EADS, DWT und GfW ausgerichtete Podium zum Thema »Sicherheitslage und Sicherheitsvorsorge im 21. Jahrhundert - Sicherheitspolitik, Sicherheitssystem und Streitkräfte im Wandel«, das von vier exponierten Referenten, darunter der Vorsitzende der DWT, Vizeadmiral a. D. Frank, aus unterschiedlichen Gesichtspunkten dargelegt und mit den Teilnehmern diskutiert worden ist.

Das Podium am 14.09.2006.

(Von links nach rechts Dr. Wolf (GfW), Vizeadmiral a.D. Frank (DWT), Kapitän zur See Jopp und Oberst i.G. Kaestner (beide FüAkBw), Senior Vice President Corporate Strategy & Planning Paris, Homberg (EADS))

Berliner Besonderheiten

In Berlin hat die GfW keine lokale Presse, die über sie und ihre Aktivitäten berichtet. Jahrelange Versuche, dies mit Pressemeldungen zu erreichen, haben keinen durchschlagenden Erfolg gebracht. Dies soll nicht heißen, dass keine Journalisten an unseren Veranstaltungen teilnehmen, aber das reicht uns nicht aus.

Um die GfW bekanntzumachen, über ihre Berliner Aktivitäten zu informieren und eine breit gestreute Informationsvermittlung sicherzustellen bedurfte es einer anderen Vorgehensweise, die u. a. folgendes beinhaltet:

• Nicht nur die potentiellen Teilnehmer an unseren Veranstaltungen, sondern ein weit darüber hinausgehender Personenkreis (über 1.100 Empfänger) erhalten von der Sektion die Berliner Veranstaltungskalender, Einladungen und Informationen, um sie ständig über unsere Aktivitäten zu informieren.

• Mittels zahlreicher Kooperationen erreichen wir die Mitglieder und Freunde der Kooperationspartner nicht nur mit den gemeinsamen Veranstaltungen, sondern auch mit dem dabei eingerichteten Informationsstand und durch Vorstellung der GfW und deren Berliner Sektion mit aktuellen Präsentationen. Da die Sektion über zahlreiche und wechselnde Kooperationspartner verfügt, ergibt sich damit eine breite Streuung.

• Über das Internet und die dort eingestellten zahlreichen Informationen wird der Bekanntheitsgrad der GfW über Berlin und sein Umfeld hinaus weitgehend grenzenlos und in einem Ausmaß ausgedehnt, der sich selbst mit der guten Bilanz unserer Veranstaltungen nicht erreichen lässt. (Siehe Europäische Sicherheit, Heft 5, S.84).

Sicherstellung einer beständigen Teilnehmerzahl

Unsere Mitglieder und Freunde unterstützen uns mit Spenden und bilden den Kern der aktiven Teilnehmer unserer Veranstaltungen. Sie reichen aber nicht aus, um uns für Kooperationspartner attraktiv und die Veranstaltungen mit oder ohne diese effizient zu machen. Dazu bedarf es auch solcher sicherheitspolitisch Interessierter, die aus unterschiedlichen Gründen nur bestimmte Themen bevorzugen oder sich aus dem Berliner Überangebot sicherheitspolitischer Aktivitäten, auch die von anderen Veranstaltern aussuchen (teilweise bis zu 6 Veranstaltungen an einem Tag). Diese Besuchergruppe nimmt nicht nur zu, sondern ist auch deshalb interessant, weil es sich bei ihnen in der Mehrzahl um jüngere Jahrgänge und solche Teilnehmer handelt, die sich alle Optionen offen halten wollen. Stärker gebunden oder als Freunde und Mitglieder gewonnen werden können sie nur durch gezielte Themenauswahl, hohes Niveau und interessante Veranstaltungsorte.

Diesen drei Teilnehmergruppen, gleich große Beachtung zu schenken, ist wohl nicht nur in Berlin, aber besonders dort unerlässlich.

Symbiose von Besuch und Informationsvermittlung

Von den 23 Veranstaltungen waren 9 Besuche, die neben Einweisungen und Führungen grundsätzlich mit mindestens einem Fachvortrag verbunden waren. Diese Besuche, die neben den drei Truppenbesuchen einhergingen, haben gegenüber Veranstaltungen, die nur einem Vortrag umfassen, mehrere Vorteile. Es wird in besonderer Weise das Interesse neuer Teilnehmer geweckt. Die Teilnehmer hören ausgewählte sicherheitspolitische Vorträge und lernen zudem Funktion, Aufgaben, Arbeitsweise und Objekt des jeweiligen Gastgebers kennen (Bundestag, Bundesrat, Bundeskanzleramt, Ministerien, Botschaften, etc.). Hinzu kommen die Atmosphäre des Ortes und das Bekanntmachen mit der Architektur. Das Einsparen von Mitteln ist ein weiterer, kaum zu unterschätzender Nebeneffekt.

Die wenig bekannte, aber schönste Sicht auf das Bundesministerium des Inneren in Berlin-Moabit.

Gleiches gilt für wechselnde Kooperationsveranstaltungen, wenn diese in den Veranstaltungsräumen der Kooperationspartner (Stiftungen etc.) oder in den Vertretungen der Länder beim Bund stattfinden.

Kooperationsbeziehungen ausgebaut

Von den 23 Veranstaltungen im Jahr 2006 sind 13 mit 11 unterschiedlichen Kooperationspartnern durchgeführt worden. Dabei hat sich die Anzahl der Kooperationsveranstaltungen mit der Landesgruppe des VdRBw auf vier, sowie die mit Stiftungen (KAS, FES, HSS) und mit Vertretungen der Länder beim Bund auf jeweils fünf erhöht. Besondere Beziehungen bestehen seit Oktober 2003 zur Landesvertretung Sachsen-Anhalt, mit der seitdem 15 gemeinsame Veranstaltungen durchgeführt worden sind.

Als jährliche Foren eines intensiven sicherheitspolitischen Gedankenaustauschs mit mehreren Veranstaltern haben sich das internationale „European Colloquium“ der Zeitschrift „Europäische Sicherheit“ mit Beteiligung der Bundesakademie für Sicherheitspolitik, EuroDefense e.V. (Deutschland) und Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik - Sektion Berlin in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt beim Bund sowie das Kolloquium/Podium der Berliner Vertreter von European Aeronautic Defence and Space Company, Deutsche Gesellschaft für Wehrtechnik und Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik im Corporate Representative Office Berlin der EADS am Potsdamer Platz nunmehr fest etabliert.
Über die Kooperationsbeziehungen hinaus haben wir mit gezielter Teilnahme an Veranstaltungen anderer für Mitglieder und Freunde unser vielseitiges Angebot weiter vergrößert, ohne die Grenze unserer bereits ausgeschöpften Möglichkeiten zu überschreiten.

Zu diesen Veranstaltungen, die der Sektionsleiter im Sinne unserer Satzung und entsprechend dem Kernthemenverzeichnis der GfW auswählt, wird in Absprache mit dem jeweiligen Veranstalter nur über die Sektion eingeladen. Als Teilnehmer werden dann auch nur die der Sektion gerechnet. Die gegenwärtig zu den Themenkreisen Militärgeschichte und Tradition stattfindende Erprobung scheint den Nutzen dieses zusätzlichen Angebots insbesondere zu Themen, die wir nicht als Schwerpunkte unserer Informationsarbeit sehen, zu bestätigen.

Dr. Wolfgang Wolf

Sektionsleiter Berlin

 

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