Landesbereich I: Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg

Besonders hervorzuheben ist im Landesbereich I eine sicherheitspolitische Vortragsveranstaltung in der Hansestadt Rostock. General a.D. Hans-Peter v. Kirchbach brachte dort mit Kompetenz und Glaubwürdigkeit seine Sichtweise zur Thematik: „Die besonderen Bedingungen des Vollzugs der Deutschen Einheit im Rahmen der Bundeswehr“ einem interessierten und teilweise sehr kritischen Zuhörerkreis nahe. Gemeinsam eingeladen hatten der Amtschef des Marineamtes und der Präsident des Oberlandesgerichts Rostock in den traditionsreichen Plenarsaal des OLG.

Mitveranstalter waren wie bei allen bisherigen SiPo-Veranstaltungen seit dem Jahre 2000 in Rostock der Verband der Reservisten, Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern, und die GfW, Landesbereich I. Am Rande dieser viel beachteten Vortrags- und Diskussionsveranstaltung konnte der Landesvorsitzende auch den für Rostock kommissarisch eingesetzten neuen Sektionsleiter, Oberstleutnant Michael Rohde (Kdr FlaRak Grp 24 in Bad Sülze) begrüßen und in die besondere Lage eines Sektionsleiters in Rostock einweisen. Vor seiner letzten Auslandsverwendung bei SHAPE in Belgien hat OTL Rohde bereits 10 Jahre erfolgreich die Sektion Siegen als Leiter geführt. Auf diesem Wege nun auch im hohen Norden ein herzliches Willkommen!

 

Aktivitäten der Sektionen (auszugsweise)

Sektion Kiel (SL Fkpt.a.D. Horst Petersen)

Das Jahr 2006 endete mit einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung über das Thema: „Die Äußere Sicherheit Deutschlands in einer gefährlichen Welt. Sind wir richtig aufgestellt?“ Als Referent war General a.D, Gert Gudera, der ehemalige Inspekteur des Heeres eingeladen

Es wurde analysiert, wie sich die Beziehungen der „global players“ zueinander entwickelt haben. Wie hat Deutschland vor dem Hintergrund des internationalen Terrorismus reagiert und welche Konsequenzen wurden für die Streitkräfte gezogen. Es wurde Die Frage untersucht, ob wir mit dem Konzept der „Transformation der Bundeswehr“ richtig liegen oder welche Konsequenzen notwendig sind.

Der Polizeipräsident des Bundespolizeipräsidiums Nord, Joachim Franklin, referierte über das Thema: „Die Bundespolizei – nicht nur Garant für die innere Sicherheit in Deutschland“.

Neben dem anhaltenden grenzpolizeilichen Schutz des Bundesgebietes zeigte er die grundlegenden Veränderungen nach der Wiedervereinigung auf. Die Bundespolizei nimmt heute die Aufgaben der Bahnpolizei, der Luftsicherheit und weitere unterstützende Aufgaben für die Polizei der Länder, des Bundeskriminalamtes und des Auswärtigen Amtes wahr. Darüber hinaus sind Angehörige der Bundespolizei in polizeilichen Friedensmissionen unter dem Mandat der UN und der EU im Einsatz.

Der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Wolfgang Nolting, erläuterte die „die Weiterentwicklung der Deutschen Marine vor dem Hintergrund sich wandelnder Rahmenbedingungen“. In seinem Vortrag wurde ein Blick

auf die sicherheitspolitischen und konzeptionellen Rahmenbedingungen und Herausforderungen geworfen, die für die Entwicklung der Deutschen Marine maßgeblich sind. Am Beispiel der Auslandseinsätze an der libanesischen Küste und am Horn von Afrika wurden die Maßnahmen erläutert, die für die zukünftigen Ansprüche notwendig sind.

Generalleutnant Karlheinz Viereck, Befehlshaber des Einsatzführungskommandos in Potsdam, machte eine „Reflektion über ein erfolgreiches Engagement des EU-Einsatzes im Kongo“. Der Einsatz hat bewiesen, dass die EU in der Lage ist, zur Durchsetzung ihrer politischen Ziele militärische Macht als eines ihrer Instrumente erfolgreich einzusetzen. (Text: Horst Petersen)

 

Sektion Herzogtum Lauenburg(SL OTL d.R, Eckhard Gerber)

Auf Einladung der Sektion Hzgt. Lauenburg sprach der stellvertretende Kreiswehrführer Martin Schröder über die Aufgaben der Feuerwehren im Rahmen des Katastrophenschutzes. Als konkretes Beispiel beschrieb er das Zusammenwirken der Hilfskräfte beim letzten Elbehochwasser. Mit dieser Veranstaltung setzte der Sektionsleiter die Vortragsreihe über das Kernthema „<Notfallplanung und Zivilschutz“ fort, in der auch schon Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerk, der Polizei und jüngst auch der Beauftragte der Bundeswehr für zivil-militärische Zusammenarbeit vorgetragen hatten. (Text: Eckhard Gerber)

 

Sektion Itzehoe (SL Oberst a.D. Reinhart Schotte)

Die Sektion Itzehoe hatte im ersten Halbjahr 2007 zwei Schwerpunkte: Möglichst aktuelle Vorträge mit herausragenden Referenten und die Mitgliederwerbung von Jugendlichen:

Start war ein Vortrag, der von der Thematik her aus der üblichen, aktuellen Berichterstattung heraus fiel: „Frieden! Was kann jeder von uns dafür tun?“, gehalten vom Propst des Kirchenkreise Münsterdorf, Dr. Thomas Bergemann. Das Besondere lag darin, dass sich die Zuhörer nicht interessiert zurücklehnen konnten in der Vorstellung, da sind andere für verantwortlich, ich habe da ohnehin keinen Einfluss! Nein, diesmal waren sie direkt selbst gemeint! Es ging um den Frieden mit sich selbst, dem Lebenspartner, in der Familie mit den Kindern, den Nachbarn, im Beruf mit den Arbeitskollegen, auf der Straße, in Vereinen und Organisationen, in der Stadt, auf dem Land, bis hin zum Staat. Da am Abend nur eine kleine Gruppe von etwa 70 Personen anwesend war, konnte im Offizierheim intensiv diskutiert und zum ersten Mal eine ganz neue Ebene und Dichte der Auseinandersetzung erreicht werden.

Zum Thema: „Wege zum Frieden in Nahost aus der Sicht der Palästinenser“ referierte dann Hassan Elhassan, Vorsitzender Palästinenser Vereinigung Bremen: am nächsten Morgen wurde der Vortrag vor 70 Abiturienten der Auguste-Viktoria-Schule in Itzehoe wiederholt.

Am 22.03.07 sprach Dr. Eckard Bolsinger, stellvertretender Institutsleiter des Hauses Rissen aus Hamburg über „Weltmacht Europa – realisierbarer Traum?“. Ein bewusst provozierendes Thema, aber brillant und und absolut schlüssig dargeboten und verfasst. Möglich wäre dieser Traum, kaum aber bei den derzeit in Europa gegebenen politischen Konstellationen.

Das Vortragsthema „Die Wege zum Frieden in Nahost aus der Sicht des Staates Israel!“ durch den israelischen Botschafter in der Bundesrepublik, Shimon Stein, stand im Juni praktisch als Gegendarstellung zu der palästinensischen Position auf dem Programm – über seinen Besuch wird noch zu berichten sein. (Text: Reinhart Schotte)

 

Sektion Flensburg (SL Fkpt a.D. Wolfgang Kanstorf)

In einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Nautischen Verein Flensburg stellte Kpt.z.S. Jean Martens, Einsatzgruppenleiter in der Operationsabteilung des Flottenkommandos, zum Thema: „Die Flotte im Einsatz“ das weltweite Einsatzspektrum der deutschen Marine im Rahmen der internationalen Konfliktverhütung und Krisenbewältigung vor. Dabei ging es vor allem darum, den Zuhörern einen aktuellen Stand über die ständig gewachsene Aufgabenvielfalt und die hohen Anforderungen an Personal und Material der Einsatzverbände aufzuzeigen. Das Interesse der Teilnehmer wurde belohnt durch eine umfänglich informativen und bilderreichen Vortrag, den eine lebendige Diskussion folgte.

Über „Die sicherheitspolitische Lage auf der koreanischen Halbinsel“ referierte der Verteidigungsattache` der Republik Korea, Oberst i.G. Jai-HoChung. Der Vertreter Südkoreas führte die knapp 100 Zuhörer in der Marineschule Mürwik mit großem Engagement in das nationale wie internationale Beziehungsgeflecht zwischen Süd- und Nordkorea ein. Der Referent konnte für viele seiner Zuhörer insbesondere eine Aktualitätslücke schließen.

„Die Deutsch-Polnische Nachbarschaft vor dem Hintergrund des Beitritts Polens zur NATO und zur Eu“ - dazu vermittelte Ansgar Röpling einen breiten Überblick über die Entwicklung der tausendjährigen Nachbarschaft von Deutschen und Polen. Der sehr kenntnisreiche Vortrag , zu dem auch Gäste der Deutsch-Polnischen Gesellschaft eingeladen waren, fesselte die Zuhörer mit vielen Details der verschiedenen Phasen der deutsch-polnischen Beziehungen und ihre grenzüberschreitenden Ausstrahlungen bis in die heutige Zeit.

Über einen weiteren Einsatzbereich deutscher Soldaten berichtete Fkpt. Dr. J.B. Sander-Nagashima vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam aus eigener Anschauung von seinem Einsatz im Sudan unter dem Thema: „Als Militärbeobachter der Vereinten Nationen im Sudan – Internationaler Einsatz im Rahmen der United Nations Mission in Sudan (UNMIS)“. (Text: Wolfgang Kanstorf)

 

Sektion Lübeck (SL OTL d.R. Wolfgang Heger)

Der Stadtpräsident von Lübeck begrüßte im Bürgersaal die 112 anwesenden Mitglieder und Freunde der Sektion – ein würdiger Auftakt für das neue Jahr. „Einsatz in Afghanistan 2006“ lautete das Eröffnungsthema, vorgetragen von OTL Stephan Leistenschneider, Kommandeur Panzeraufklärungsbtl. 6 aus Eutin. In einer gelungenen Tonbildschau stellte er das Land und seine Bewohner vor und sprach dann so packend über seinen Einsatzalltag, dass alle Anwesenden das Gefühl hatten, selbst mitten im Geschehen zu sein.

Aus dem Bereich Sicherheitspolitik und Strategie der Führungsakademie in Hamburg trug Oberst i.G. Harald Küster über das neue „Weißbuch der Bundeswehr“ vor. Komplizierte Sachverhalte stellte er dabei einfach und überzeugend dar, klar in der Sprache und immer auch persönlich Stellung beziehend. Die anschließende Diskussion, lebhaft und lang, zeigte deutlich, dass es ihm auch gelungen war, seine Zuhörer wirklich zu erreichen und ihnen die Botschaft des Weißbuchs verständlich zu vermitteln.

In weiteren Vortragsveranstaltungen brachte dann Kptlt.a.D. Bernhard Mroß, Chefdolmetscher beim Deutschen Verbindungskommando zum Oberbefehlshaber der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland, seine ganz persönliche Sicht zum „Abzug der Westgruppe der sowjetischen Truppen“ und OTL d.R.Dipl.Ing. Karl-Friedrich Erhardt informierte über seine in einem Buch veröffentliche Recherche zu der „Geschichte der Militärbataillone von 1794 bis zur Gegenwart“ vor einem wie immer in Lübeck sehr interessierten Zuhörerkreis von Gästen und Mitgliedern der GfW.

Der Höhepunkt der Sektionsarbeit im ersten Halbjahr 2007 aber bildete unzweifelhaft am 12. Juni der Truppenbesuch beim Jagdgeschwader 73 „Steinhoff“ in Rostock-Laage und anschließend beim Panzergrenadierbtl. 401 in Hagenow. Bei strahlendem Sonnenschein reisten 50 Mitlieder und interessierte Gäste der Sektion nach Laage. Zu ihnen gesellten sich noch 8 weitere Mitglieder der Sektion Schwerin, so dass der Besuch in Laage zu einem echten sektionsübergreifenden Ereignis wurde. Viel Interessantes hatte das Eurofighter-Geschwader zu bieten – sei es als Ausbildungszentrum für dieses hochmoderne Flugzeug oder auch als Musterbeispiel dafür, wie zwei Geschwader aus ehemals unterschiedlichen Militärblöcken beispielhaft für die Armee der Einheit am neuen gemeinsamen Standort zusammen wuchsen. Als auch noch der Inspekteur der Luftwaffe eintraf und den versammelten Sektionsmitgliedern einen Start mit dem Eurofighter vorführte, herrschte natürlich Hochstimmung.

(Sektionsleiter Heger mit Major Brexel und Besucher)

Voller Eindrücke reisten die Lübecker dann weiter nach Hagenow. Dort hielt der S3 PzGrenBtl 401, Major Kai-Uwe Brexel, einen interessanten Vortrag und zeigte der Sektion dann in einer stationären Waffenschau trotz der bekannten Ausstattung auch viel Neues – so. z.B. die Ausrüstung des Infanteristen der Zukunft.

Am 11. September, diesem denkwürdigen Tag, ist der Verteidigungsattache` der Botschaft Südkoreas zu Besuch – wir freuen uns darauf und natürlich auch auf Sie, liebe Leser, wenn Sie dann in unserer Gegend sind und an dem Abend unser Gast sein können_ 19.30 Uhr im Mövenpick-Hotel in Lübeck- (Text: Wolfgang Heger)

 

Max Lübke, Fkpt.a.D. und Landesvorsitzender

 

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