Landesbereich IV – Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland

Im Oktober 2005 wurde beschlossen, dass sich einige der älteren und mitliederstärkeren Sektionen in einem Beitrag in der „Europäischen Sicherheit“ vorstellen. Im Februar 2006 erfolgte dies durch die Sektion Fritzlar, im September 2006 durch die Sektion Saar. Heute stellt sich die Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler vor.

Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler

„Der Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler war anlässlich ihres 30-jährigen Bestehens eine hochkarätige Veranstaltung gelungen“ so schrieb der Bonner General-Anzeiger in seiner Lokalausgabe am 3./4. Oktober 2006.

Ein Sektionsleiter liest so etwas natürlich mit großer Freude und einen Vorstand erfüllt es auch mit ein wenig Stolz.

In der Festveranstaltung am 1. Oktober zum 30-jährigen Jubiläum der Sektion gratulierte in einem Grußwort der Beigeordnete unserer Stadt Heinz Lindlahr und der Landesvorsitzende der GfW Brigadegeneral a.D. Richard Bulheller in seiner Ansprache dem Vorsitzenden der Sektion Oberst a.D. Gerd-Heinz Haverbusch zum Jubiläum. Im Auftrag der Präsidentin der GfW, Frau Claire Marienfeld-Czesla, überreichte dann der Landesvorsitzende dem Stellvertretenden Vorsitzenden und Pressewart der Sektion Oberstleutnant d.R. Armin Letocha die Ehrenmedaille der Gesellschaft. Diese hohe Auszeichnung wurde L. für jahrzehntelange herausragende Verdienste in der Öffentlichkeitsarbeit verliehen.

In dieser Matinee, einem Sonntagvormittag, mit Professor Wolfgang Leonhard als renommiertem Referenten, konnten sich fast 180 Gäste von der Eloquenz des „Zeitzeugen vom Dienst“ wie er sich scherzhaft bezeichnete, überzeugen. In seinem sehr authentischen, fesselnden und pointierten Vortrag ließ er seine Erinnerungen aus seinem immer noch gefragten Buch „Die Revolution entlässt ihre Kinder“ aus heutiger Sicht lebendig werden. Noch lange wurde im Anschluss an den Vortrag diskutiert.

Bei dem anschließenden Empfang bei herrlichem Sonnenschein im Garten des Restaurants ließen die Gäste dann die Veranstaltung ausklingen. Auch aus der Sicht der Sektion eine gelungene Veranstaltung, auch aufgrund der großen Medienpräsenz.

Eine Zeitreise:

Den Entschluss für die Gründung der Sektion fasste der damalige Landesbeauftragte des Landesbereiches IV der GfW, Brigadegeneral a.D. Heinz Meyer. Lange Jahre in dienstlicher Verwendung in Bad Neuenahr, knüpfte er früh erste Kontakte zur Bundeswehr im Standort sowie zu den verschiedenen Behörden und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Im Oktober 1976 kam es dann zur ersten Mitgliederversammlung, einen Monat später zur Gründung der Sektion mit 10 Mitgliedern. Bereits ein Jahr später verzeichnete die Sektion 31 Mitglieder. Bis 1978 blieb der Landesbeauftragte zugleich Sektionsleiter und gab dieses Amt im März 1978 an Brigadegeneral a.D. Hans Greiner ab. Dieser führte die Sektion sehr erfolgreich bis Januar 1982.

Sein Nachfolger für die nächsten 22 Jahre wurde Oberstleutnant a.D. Manfred Wistuba. In diesen Jahren wurde die Sektion wesentlich durch ihn geprägt. Neben Vortragsveranstaltungen gehörten Informationsreisen für Schüler zu NATO-Dienststellen in Belgien und den Niederlanden sowie Seminare an die damalige Zonengrenze zum Programm. Die Nähe Bonns erleichterte die Arbeit und ermöglichte interessante Referenten, insbesondere aus den Botschaften zu gewinnen.

Ab Juni 2004 ist Oberst a.D. Gerd-Heinz Haverbusch neuer Sektionsleiter.

Seit ihrer Gründung wird die Sektion durch einen gewählten, ehrenamtlichen Vorstand geführt. Dem Sektionsleiter stand von Anfang an ein Stellvertreter, zugleich Pressewart (bis heute Oberstlt. d.R. Armin Letocha), ein Geschäftsführer (z.Z. Hptm. a.D. Volker Iken) und ein Schatzmeister (z.Z. Oberstlt. a.D. Manfred Wistuba) zur Seite. Diese Teamarbeit hat sich außerordentlich gut bewährt.

Heute zählt die Sektion 99 Mitglieder aus allen Teilen der Gesellschaft. Als Vortragsort wurde bewusst ein Hotel–Restaurant in der Innenstadt von Bad Neuenahr gewählt, um die Schwellenangst vor einer Kaserne zu nehmen und einen größtmöglichen Besucherzuspruch, einschließlich der Kurgäste, zu ermöglichen.

In der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltungen wird die Sektion dankenswerterweise vorbildlich durch das Logistikzentrum des Heeres in Bad Neuenahr unterstützt.

Den Schwerpunkt der Sektion legt der Vorstand seit Bestehen bei seiner Öffentlichkeitsarbeit auf Vorträge aus dem Bereich der Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Dabei ist es das Ziel, sicherheitspolitische Themen in großer Bandbreite und in Anlehnung an die Satzung in die Gesellschaft zu tragen, zu informieren und Denkanstöße zu geben. Bei der oft schwierigen Materie können dann so durch kompetente Referenten Hintergrundwissen vermittelt und Zusammenhänge aufbereitet werden.

Darüber hinaus kommt einer intensiven Pressearbeit ganz besondere Bedeutung zu. Die Zusammenarbeit der Sektion mit den Lokalredaktionen des Bonner General-Anzeiger und der Rheinzeitung sowie den Redaktionen der Heimatblätter „Stadtzeitung“, „Blick aktuell“ und „Wochenspiegel“ ist ausgezeichnet. Vorankündigungen und Berichte über die Veranstaltungen in den regionalen Zeitungen erreichen fast alle Haushalte im Kreis Ahrweiler.

Man kann sagen, in den vergangenen 30 Jahren ist die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik – Sektion Bad Neuenahr-Ahrweiler- auch im Kreis Ahrweiler zu einer beachteten, kompetenten und erfolgreichen Institution geworden.

Ein Blick auf diese 30 Jahre zeigt, wie aktiv die Sektion war und ist. So sprachen im Laufe der 30 Jahre u.a.

  • der ehemalige NATO-Generalsekretär Dr. Luns sowie NATO-Botschafter Dr. Pauls

  • die ehemaligen Generalinspekteure der Bundeswehr de Maizière, Wust und Bagger

  • der ehemalige Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte Europa Mitte General a.D. Helge Hansen

  • Verteidigungs-, Militärattachés aus China, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Israel, Japan , Litauen, Niederlande, Österreich, Polen, Schweden, Schweiz, Südafrika, Südkorea, der damaligen Sowjetunion, Türkei und den Vereinig- ten Staaten von Amerika sowie Vertreter der Palästinensischen Generaldelegation

  • Journalisten wie Gerhard Löwenthal und der damalige Chefredakteur der Rheinzeitung Martin Lohmann

  • Staatssekretär a.D. Werner E. Ablaß sowie der Präsident des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz Hans H. Preußinger, Frau Oberstärztin Dr. Cordula Nakath zum Thema „Frauen in der Bundeswehr“ und Dr. Rupert Neudeck zu Hilfseinsätzen der Cap Anamur

  • im Jahre 2005: Brigadegeneral Günter Schwarz über Modernisierung in der Bundeswehr, der Leiter des Instituts für Sicherheitspolitik und Terrorismusforschung in Essen Rolf Tophoven zu „al-Qaida“ , Brigadegeneral Kurt H. Schiebold über seine Erfahrung in Kunduz, Afghanistan, der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Christoph Unger, Frau Dr. Schirrmacher über Frauen und Islam und der Amtschef des Heeresamtes Generalmajor Wolfgang Korte zu 50 Jahren Bundeswehr

  • im Jahre 2006: der Stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungsausschusses MdB Thomas Kossendey zum Thema Türkei sowie der heutige Inspekteur des Sanitätsdienstes Generaloberstabsarzt Dr. med. Kurt Bernhard Nakath zum weltweiten Einsatz des Sanitätsdienstes, in der Matinee zum 30-jährigen Jubiläum der Sektion Professor Wolfgang Leonhard und Ende Oktober der renommierte Terrorismusexperte beim ZDF Elmar Theveßen zum Thema „Die neue Herausforderung – Globaler Terrorismus oder Kampf der Kulturen“. Ein Vortrag von Oberst i.G. Norbert Hartwig über sicherheitspolitische Aspekte in Südamerika beendete dann die Vortragsreihe 2006.

Neben den Vortragsveranstaltungen gehören Truppenbesuche zum Programm der Sektion.

So konnten sich 2005 die Teilnehmer der Exkursion von der Leistungsfähigkeit der Technischen Schule des Heeres (TSH/FSHT) in Aachen überzeugen, ein Empfang im historischen Rathaus der Stadt und eine Führung im Aachener Dom rundeten das Bild ab.

Auch 2006 stießen die Vorträge beim Zentrum Innere Führung (ZIF) der Bundeswehr in Koblenz und die militärhistorische Exkursion auf der Festung Ehrenbreitstein auf ein reges Interesse.

Eine Halbtagsveranstaltung an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) gab dann einen interessanten Einblick in die Akademie und überzeugten die Teilnehmer so von der Notwendigkeit einer länderübergreifenden Sicherheitsvorsorge.

All diese positiven Merkmale dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch Bereiche gibt, die deutlich verbesserungswürdig sind. Da ist zum einen die nicht akzeptable Altersstruktur der Sektion und es ist nicht tröstlich, dass es anderen nicht besser geht. Es ist offensichtlich ausgesprochen schwierig, junge Menschen zu überzeugen, Mitglied zu werden. Zum anderen haben wir es nicht geschafft, die Anzahl der Mitglieder wirklich relevant zu erhöhen, da Mitglieder immer wieder aus Altersgründen ausscheiden.

Um die Qualität der Veranstaltungen zu halten, Synergieeffekte zu nutzen und Kosten zu reduzieren wird bei Veranstaltungen der Sektion zunehmend die Kooperation mit Verbänden mit zum Teil ähnlicher Zielsetzung gesucht. Bewährt hat sich für unsere Sektion die Zusammenarbeit mit dem Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V., dem Deutschen Bundeswehrverband e.V. sowie der Europa Union und dem blauen Bund e.V. (dem Verband der Logistiker der Bundeswehr).

Mit großer Freude und Engagement hat der Vorstand der Sektion die Bundesvorstandssitzung im September 2006 hier in Bad Neuenahr-Ahrweiler unterstützt, konnten wir doch den Teilnehmern aus allen Teilen Deutschlands auch die Schönheit der Region Ahr mit seinem Wein näher bringen.

Stolz ist die Sektion auf den großen Besucherzuspruch, so konnten im Jahre 2005 pro Vortragsveranstaltung durchschnittlich ca. 80, im Jubiläumsjahr 2006 über 100 Teilnehmer gezählt werden.

 

Richard Bulheller, Brigadegeneral a.D.

Landesvorsitzender IV

In eigener redaktioneller Verantwortung

 

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