Lagerlechfeld. „Die
Aufgabe der internationalen Sicherheitspolitik hat einen
Paradigmenwechsel erfahren: Der Staat kann für seine Bevölkerung
keine Sicherheit mehr gewährleisten, er kann lediglich Schaden
begrenzen. Der Schwerpunkt liegt auf Prävention.“ Diese neue
Definition von Sicherheitspolitik begründete Prof. Dr. Günther
Schmid bei einem Vortrag, zu der die Gesellschaft für Wehr- und
Sicherheitspolitik (GfW), Sektion Augsburg-Lechfeld, eingeladen
hatte.
Der Inhaber des Lehrstuhls
für Internationale Politik an der Fachhochschule der Bundesrepublik
für öffentliche Verwaltung referierte vor vollem Haus zum Thema:
„Transnationaler Terrorismus – zehn Jahre nach dem 11. September
2001.“
Der Experte sieht eine
Entspannung der Lage
Auf die Gefahr für den
Westen durch den Terrorismus eingehend, attestierte der Referent mit
einer Entspannung der Lage. Der nach dem 11. September angekündigte
„Kampf der Kulturen“ habe nicht stattgefunden, die von Al Kaida
angestrebte Massenbewegung gegen den „Satan westliche Welt“ sei nur
noch ein Mythos, sagte er.
Der von Islamisten
propagierte weltweite Dschihad habe keine Attraktivität mehr, meinte
Schmid. „Al Kaida hat keine zusammenhängende Organisationsstruktur
mehr. Auch die Führung ist entsprechend geschwächt.“ Die
Zersplitterung in regionale Untergruppierungen ohne globale Ziele
schreite weiterhin voran. „Westliche Länder sind keine primären
Ziele mehr“, beurteilte Professor Schmid die derzeitige Situation.
(nori)