Pressebericht zum Vortrag am 09.04.2013

vom 17.04.2013

Das Internet – eine Waffe der Zukunft?

Sicherheitsexperte Arne Schönbohm warnt vor den Risiken des weltweiten Netzes. Thema Cybersicherheit wird immer aktueller.

 

Arne Schönbohm  -  Foto: Norbert Rieger

Lagerlechfeld. Das Internet ist allgegenwärtig. Leute von heute sind jederzeit und überall interaktiv. Nutzen das weltweite Netz für ihre Bankgeschäfte, halten mit ihren Freunden und Bekannten über soziale Plattformen Kontakt. Wie wichtig für die Gesellschaft mittlerweile das Internet geworden ist, zeigen die Klagen vieler Bürger und Gemeinden im ländlichen Raum Bayerns, die noch keinen oder nur ungenügenden Zugang zum Internet haben. Das Internet, es bietet enorme Chancen. Es birgt allerdings auch erhebliche Sicherheitsrisiken in sich. In einem Vortrag der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik hat Referent Arne Schönbohm einen Aspekt herausgestellt: Cybersicherheit als elementarer Bestandteil der deutschen Sicherheitspolitik.

„Der Referent ist Vorsitzender einer Sicherheitsfirma, Präsident des Deutschen Sicherheitsrates und Berater verschiedener Bundesminister und Länderinnenminister. Herr Schönbohm ist somit ein brillanter Kenner der Materie“, fasste der Sektionsleiter, Dr. Walter Laudes, zusammen.

„Die Welt ist immer abhängiger vom Internet geworden, die Informationstechnologie ist schon längst kein Fachthema mehr“, begann Schönbohm. „Der technische Fortschritt ermöglicht, dass unser kollektives Wissen jederzeit weltweit zur Verfügung steht. Allerdings konzentriert sich unser Sozialleben zunehmend auf das Internet, Datenschutz wird immer schwieriger zu garantieren und Wirtschaftsspionage nimmt zu“, warnte Schönbohm.

Mit aktuellen Beispielen der Alltagskriminalität und organisierten Kriminalität wusste er sein Publikum im Kasino der Lechfeldkaserne zu fesseln. Mit den Mitteln der elektronischen Kriegsführung kann man ganzen Staaten erheblichen Schaden zufügen. „Stellen Sie sich vor, es gibt in ihrer Stadt, ihrer Region einen Tag lang keinen Strom mehr! Eine eindeutige Trennung zwischen Cybercrime und Cyberwar ist nicht mehr möglich“, warnte Schönbohm.

Die westlichen Staaten und die USA blieben den Gefahren gegenüber nicht untätig, sie haben Cyberstrategien entwickelt und Sicherheitsstrukturen zur Abwehr von Hackerangriffen aufgebaut. Sie können aber auch notfalls die Defensive verlassen, es wurden „inzwischen auch Angriffsstrategien im virtuellen Raum“ entwickelt. Die EU-Kommission schaffte in diesem Frühjahr bei Europol ein eigenes Zentrum: „Die Ermittler sollen sich auf organisierte Kriminalität konzentrieren. Die Schwerpunkte liegen bei der Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern im Internet sowie von Finanzdelikten“, sagt Schönbohm.

Bundesregierung plant ein Gesetz zur Meldepflicht

Die Bundesregierung plant ein Gesetz zur Meldepflicht von Cyber-Attacken. Betreiber kritischer Infrastrukturen in Bereichen wie beispielsweise der Energie, Telekommunikation und Transport sollen dann Hackerangriffe an eine Zentrale melden. Auch Mindeststandards an die IT-Sicherheit werden darin gefordert: „Deutschland liegt mit seinen technischen Möglichkeiten der Cybersicherheit an der Spitze, aber Sicherheitsbewusstsein und Sicherheitsstrukturen lassen noch zu wünschen übrig“, schloss Schönbohm seinen Vortrag. (nori)

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