Pressebericht zum Vortrag am 24.04.2013

vom 02.05.2013

Russland braucht EU

Publizist über das Verhältnis nach Osten

Immer gerne als Referent bei der GfW gesehen: Joern Brauns, freier Publizist aus München, (links) mit Sektionsleiter Dr. Walter Laudes.  Foto: Norbert Rieger    

Lagerlechfeld. „Russland ist auf die Europäische Union (EU), und diese ist auf Russland angewiesen. Für beide ist eine enge Zusammenarbeit unumgänglich.“ Diese These im Blickpunkt unternahm Joern Brauns, freier Publizist aus München, den Versuch einer historisch begründeten sicherheitspolitischen Analyse zu der Frage: „Quo vadis Russland?“ auf Einladung der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik, Sektion Augsburg-Lechfeld. Da die Politik eines Landes nur aus seiner Geschichte zu erklären und zu verstehen sei, nahm zunächst die Entwicklung Russlands von der Zeit der Zaren bis heute einen großen Raum ein. „Russlands Geburtsort ist Europa, seine Wurzeln liegen in Griechenland und Byzanz“, so Brauns. Aber bis heute habe die kommunistische Idee vom neuen Menschen dazu geführt, dass Adel, Bourgeoisie, Kirche und Bauerntum vernichtet wurden. „Das unendliche Leid unter Blut und Tränen hat das Gefühl für Gut und Böse ausgelöscht.

Das erklärt die kriminellen Strukturen in Staat und Gesellschaft. Unsere westlichen Maßstäbe pluraler Demokratie sind nicht auf Russland zu übertragen.“ Der ethische Kompass sei durch die Bolschewiki unter Lenin abhandengekommen. Heute bemühe sich Präsident Wladimir Putin, praktizierender Christ, ethische Werte in orthodoxem Gewande zurückzugewinnen. Sein Ziel sei keine Demokratie nach westlichem Muster. Seine Bemühungen streben ein autoritäres System nach Vorbild des Zaren Peter des Großen an.

„Eine Sicherheitspartnerschaft zwischen Russland und der EU, basierend auf einem ständigen Dialog auf Augenhöhe und im Bewusstsein der gegenseitigen Abhängigkeit, ist wohl die Option, im globalen Kräfteverhältnis internationalen Einfluss zu wahren“, sagt Brauns. Welchen Weg Russland gehen werde, hänge von den äußeren Bedingungen und Einflüssen ab. (nori)

 

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