Austausch mit Partnerorganisation CiDAN

Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik kurbelt Austausch mit Partnerorganisation Cidan in Frankreich an – Vorreiterrolle für den Landesverband Baden-Württemberg

 

STRASSBURG/BONN.

„Ich freue mich auf weitere Begegnungen“, meinte Präsidentin Claire Marienfeld zum Abschluss der bilateralen Gespräche mit der französischen Organisation Cidan in Klingenthal bei Straßburg. Es sei „ein guter erster Schritt gelungen“, stellte sie nach den siebenstündigen Beratungen im historischen Tagungsgebäude der Goethe-Stiftung am Ostrand der Vogesen fest. Die französische Organisation, die nach ihrer Satzung den „Bürgersinn für die nationale Verteidigung“ fördert und dafür jährlich einen Preis für alle Gymnasien des Landes ausschreibt, strebt einen europäischen Dachverband aller wehr- und sicherheitspolitisch arbeitenden nationalen Verbände in den Mitgliedsländern der Europäischen Union an. Deren Präsident Jacques Sonnet hatte immer wieder die Notwendigkeit einer engen deutsch-französischen Zusammenarbeit als ersten Schritt auf dem langen Weg zu diesem Ziel unterstrichen. Deshalb hatte die etwa 500 Mitglieder zählende französische Organisation, die sehr umfassend vom französischen Verteidigungsministerium in Paris unterstützt wird, eine Delegation der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik aus Deutschland als Partnerorganisation zu dieser ersten Sondierungsrunde eingeladen.

Hinter den Kulissen wurde unter dem Vorsitz der beiden Präsidenten Claire Marienfeld und Jacques Sonnet in der Sache schon recht konsequent um einen gemeinsamen Weg gerungen. So erhielten die beiden benachbarten Regionalorganisationen von Cidan im Elsass und von der Gesellschaft in Baden-Württemberg den Auftrag, gemeinsame Initiativen vorzubereiten und in Abstimmung mit ihren Vorständen in Paris und Bonn in die Tat umzusetzen. „Wir haben bereits am Rande dieser Konferenz über bilaterale Treffen gesprochen“, sagte Dr. Roland Idler aus Backnang, der Landesvorsitzende der GfW im deutschen Südwesten. Neben ihm nahmen Rudolf Horsch aus Gaggenau als neuer Sektionsleiter von Karlsruhe und als Sachverständiger für Fragen um die französischen Streitkräfte, Horst Pieper aus Pforzheim, an den Verhandlungen teil. Geschäftsführer Manfred Wistuba aus Bonn arbeitete bei den Gesprächen direkt der Präsidentin zu und hatte mit einem Positionspapier die deutsche Seite auf die Verhandlungen bis ins Detail vorbereitet.

                  

Nach Darstellung der GfW-Delegation steht die Gesellschaft grundsätzlich einer Festigung des Verteidigungsgedankens auf europäischer Ebene „sehr positiv gegenüber“. Allerdings müsse darüber der Bundesvorstand bei seiner Tagung Ende September noch grundsätzlich beraten, erläuterte die Präsidentin. Die französische Seite steuert eine europäische Charta für alle sicherheitspolitisch aktiven Organisationen in den einzelnen Mitgliedsländern der NATO und der Europäischen Union an. Hier setzte die deutsche Seite wichtige eigene Akzente: So sollen nach der Definition der Gesellschaft nur nationale Organisationen aus den Mitgliedsländern der NATO und der Europäischen Union einem europäischen Dachverband angehören dürfen. Zuvor waren auch Einzelpersonen und Universitäts-Einrichtungen im Gespräch. Außerdem machte Claire Marienfeld deutlich, dass die Gesellschaft an ihrer Hinwendung zum Atlantischen Bündnis keine Zweifel aufkommen lasse. „Wir engagieren uns für eine Festigung des europäischen Pfeilers der NATO“, formulierte sie bei den Verhandlungen. Das Bündnis sei nach dem Verständnis der deutschen Seite für die Sicherheit in Europa zuständig. Auch Präsident Jacques Sonnet aus Paris unterstrich, dass Frankreich als „drittgrößter Truppensteller und viertgrößter Beitragszahler im Bündnis fest verankert“ sei. Allerdings stelle die französische Seite auch einige kritische Fragen an die Transatlantische Allianz, ob nichteuropäische Nationen wie Japan und Australien unbedingt Mitglieder werden müssten. „Auch wir haben aus nationaler Sicht Fragen an das NATO-Hauptquartier“, stellte die Präsidentin der deutschen Gesellschaft fest.

Beide Seiten stellten in Klingenthal den Gesprächspartnern ihre Aktivitäten im eigenen Lande vor. So verwies Claire Marienfeld darauf, dass in den 95 Sektionen der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik in Deutschland 7500 Mitglieder organisiert seien. Es sei ein Grundelement der Organisation, die Basis an den Entwicklungen auf breiter Ebene zu beteiligen. Die französische Cidan-Delegation, die in Klingenthal weitgehend von pensionierten Generälen gebildet wurde, schreibt jährlich einen Preis „Bürgersinn und Verteidigung“ („Civisme et Défense“) unter den Schulen des Landes aus. Er wird vom Präsidenten der Nationalversammlung in Paris an die siegreichen Gymnasien verliehen und hat einen hohen Stellenwert. Truppenbesuche, Kolloquien im Senat und in der Nationalversammlung gehören ebenso zu den Aktivitäten. Außerdem verwies die Cidan-Spitze auf das jährlich auf europäischer Ebene stattfindende „Klingenthal-Kolloquium“ in der Nähe von Straßburg hin.

Nach den ersten konkreten Vereinbarungen sollen Teilnehmer aus dem Elsass in Karlsruhe am sicherheitspolitischen Kongress teilnehmen. Beim nächsten Klingenthal-Symposion soll in diesem Herbst wieder eine deutsche Delegation aus Baden-Württemberg vertreten sein. Die deutsche Seite nahm die französischen Überlegungen mit großem Interesse entgegen, will aber diese zum Teil weit reichenden Konzepte in den Leitungsgremien der Gesellschaft grundsätzlich erörtern, um dort die weiteren Schritte abzustimmen. Dabei ging es Präsidentin Claire Marienfeld vor allem um die Nachhaltigkeit. So müssten die Finanzierung und die Organisation der weiteren Schritte vor konkreten Zusagen abgesichert sein.

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